DOPPELPUNKT April 2021
Das Interview April 2021 So schmeckt der Frühling: Frischer Bärlauch am Bachesrand. Bild: Rule Die Tage des Bärlauchs E s gibt Dinge, die kommen über Nacht. Der Bär- lauch gehört dazu. Ich habe eine Theorie, die sich alljährlich immer wieder aufs neue beweist: Jede Jah- reszeit dauert genauso lange, dass man sich darüber freuen kann. Ich bin ein Sommer- mensch. Die heißen Tage kön- nen mir gar nicht heiß genug sein, die Sonne kann gar nicht lange genug scheinen und ein See wird mir nie zu warm, um einen Sprung ins Wasser nicht als angenehm erfrischend zu finden. Trotzdem ertappe ich mich an manch heißem Spät- sommertag bei einer gewissen Vorfreude auf den Herbst. Und wenn der dann so golden ins Land zieht, um die Blätter zu färben und die Natur in ihren verdienten Ruheschlaf zu schi- cken, da erwacht in mir sogar eine gewisse Freude auf den Winter. S pätestens Ende Jänner freue ich mich dann auf besondere Tage. Die sind meist irgendwann um die- se Zeit. Also Mitte bis Ende März und hätten dort eigent- lich noch gar keinen Platz. Kommen aber trotzdem re- gelmäßig. Das sind die Tage, an denen ein gewisser Früh- sommer unvorbereitet über uns hereinbricht. An solchen Tagen steigen die Temperatu- ren unter Umständen schlag- artig um 20 Grad an und bei mir wächst das Glücksgefühl. So wie mir scheint es auch dem Bärlauch zu gehen. Von einem Tag auf den anderen stehen die Blätter an den Bachrändern und legen über die ganze Wiese den be- törenden Duft nach wildem Knoblauch. A ls wir noch Kinder wa- ren, wurde der Bärlauch kaum beachtet. Heute ist das anders. Es gibt kein Wirts- haus, das (zumindest in den vergangenen Jahren, als die Wirte noch uneingeschränkt offen haben durften) nicht Anfang April mit „Bärlauch- wochen“ locken würden. Man versucht sich mit Raffi- nesse zu übertrumpfen. Bär- lauchknödel und Bärlauch- suppe, Bärlauchpesto und Bärlauchpüree dominieren die Speisekarten von oben bis unten. Ich habe mich durchge- kostet, durch diese Vielfalt verschiedenster Gerichte und bin überzeugter denn je: Wer den Bärlauch richtig ge- nießen möchte, braucht nicht mehr als ein Stück Schwarz- brot und sollte mit dem But- ter darauf nicht sparen. Ob jetzt der Bärlauch in ganzen Blättern, gezupft oder fein geschnitten auf dem Butter- brot Platz nehmen darf, ist reine Geschmackssache. Und hängt höchstens auch noch davon ab, was man nach dieser Delikatesse sonst noch vor hat ... Rupert Lenzenweger FRÜHLING im Flachgau Segen für Motorradfahrer W eil auch harten Burschen der Segen von ganz oben nicht schaden kann und die Motorradsaison vor der Türe steht, findet am 2. Mai wieder die traditionelle Mo- torradweihe in Mondsee statt. Ab 9 Uhr ist der Parkplatz in Schwarzindien für die Motorradfahrer reserviert. Die Seg- nung wird dann wieder Pfarrer Ernst Wageneder durchführen. Vor und nach der Motorradweihe wartet auf die Biker und die Besucher der Motorradweihe ein buntes Rahmenprogramm. Mit dem Reinerlös dieser Veranstaltung will Organisator An- di Huber dem kleinen Gabriel helfen. Der ist seit seiner Ge- burt an den Rollstuhl gefesselt und braucht laufend kostenin- tensive Therapien.
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