DOPPELPUNKT April 2021

OSTERN im Flachgau A schermittwoch ist ei- gentlich ein ziem- lich strenger Fasttag. Für die meisten Menschen wird aber beim Heringsschmaus erst noch einmal kräftig ge- schlemmt. Schließlich haben wir ja noch 39 andere Ta- ge zum Fasten. Das Aschen- kreuz auf der Stirn gibt’s in der Kirche. B änder gehören auf den Palmbuschen. Je bunter desto besser. So machen sie ein schönes Bild und jeden Palmbuschen zum Schmuck- stück. Apropos Palmbuschen: Während in Salzburg die Bu- schen eher klein und hand- lich sind, werden in Ober- österreich auch mannsho- he Trümmer zur Kirche ge- tragen. C hristis Auferstehung ist der Anlass, den wir zu Ostern feiern. Nicht so in Norwegen. Dort ist es das Fest zum Erwachen der Na- tur. Dass es dennoch seit ei- niger Zeit auch Ostereier und Osterhasen in Norwegen gibt, liegt daran, dass große Supermarktketten die Sachen aus Deutschland importieren und in die Regale stellen. D olorosa Via nennen die Spanier den Leidens- wegs, den Jesu gegangen ist und alljährlich machen sich auch Tausende Spanier auf diesen Weg. Verkleidet als Heilige stellen sie mit Heili- genfiguren und Schauspiel bei der Prozession diesen Kreuz- weg nach. Die „Via Doloro- sa“ ist einer der prächtigsten Osterbräuche in ganz Europa. E ier sind das Ostersymbol schlechthin. Bunt gefärbt werden sie am Ostersonntag versteckt und zumeist von den Kindern gesucht. Bereits seit dem 12. Jahrhundert wer- den die Eier ausgeblasen oder hart gekocht, bemalt um sie entweder zu Dekorationszwe- cken für den Osterstrauch zu nutzen oder die Eier am Os- tersonntag zu essen. F euer faszinieren uns im- mer. Auch zu Ostern, wo in vielen Regionen Osterfeu- er entzündet werden. Als li- turgischer Teil ist das Oster- feuer ein gesegnetes Feuer an dem der Pfarrer die Osterker- ze entzündet. G rün ist der Donners- tag, an dem die Glocken nach Rom fliegen. Den Lärm zu Mittag übernehmen die „Ratschenbuam“. Meist Mi- nistrantinnen und Ministran- ten, die sich das ganz Jahr darauf freuen. H asen sind um diese Zeit allgegenwärtig. Auf Bil- dern und Plakaten, als Scho- koladen und auch in echt. Weil Ostern ohne Hasen? Muss dazu jetzt noch mehr gesagt werden? I ndigo wird von all jenen gerne verwendet, die ih- re Ostereier mit natürlichen Mitteln färben. Indigo ist ei- nes der ältesten Färbemitteln und wurde bereits in prähis- torischer Zeit zum Einfärben von Textilien verwendet. Üb- rigens: Indigo macht blaue Ostereier. J udaskuss wird heute noch eine Geste genannt, die von einer bösen Absicht ab- lenken soll. Nach dem Mat- thäus-Evangelium wurde Je- sus vom Apostel Judas an die Truppen der Hohepriester am Ölberg durch einen Kuss ver- raten. K arfreitag bringt uns end- lich das Ende der Fas- tenzeit. Ausgezerrt und abge- magert schleppen wir uns zur Auferstehungsfeier um 15 Uhr. Labile Charakter greifen danach zum ersten Bier nach langer Zeit. Eiserne Charak- ter warten damit noch bis zum Karsamstag. L amm ist neben dem Ha- sen wohl das begehrtes- te Tier zu Ostern. Man kann Osterlämmer aus Schokolade kaufen, man kann sich wel- che mit entsprechenden For- men selbst backen und nicht selten landet ein Lamm auch als Festtagsbraten auf dem Ostertisch. M ünzwerfen ist ein Eier- spiel aus der Schweiz: Ein Spieler hält das Ei, der zweite Spieler muss ver- suchen, eine Münze so auf das Ei zu schleudern, dass das Geldstück im Ei stecken bliebt. Ist das der Fall, darf sich der Werfer Ei und Mün- Ostern von A - Z

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