DOPPELPUNKT April 2021
Das Interview April 2021 ze behalten. Viele Kinder sind wahre „Münzwerfmeis- ter“ und bessern sich so ihr Taschengeld auf. N aturalien waren im Mit- telalter der Zins, den Pächter ihren Lehnsherren bringen mussten. Und weil damals aber Eier als „flüssi- ges Fleisch“ angesehen wur- den, durften sie in der Fas- tenzeit nicht gegessen wer- den. Also wurden die Eier gekocht, um sie für die Tage nach der Fastenzeit haltbar zu machen. Das ist mit ein Grund für die Entstehung der Ostereier. O mega und Alpha, also die griechischen Buch- staben für Ende und Anfang, finden wird auf den Osterker- zen. Eine meist weiße, große, aus Wachs bestehende Kerze, auf der neben einem großen roten Kreuz oft auch die Jah- reszahl steht. Entzündet wer- den Osterkerzen zu Beginn der Osternachtsfeier am Os- terfeuer. P ecken ist ein großer Spaß und wird mit den Ostereiern gemacht. Ein Spiel für die ganze Familie, bei dem es darum geht, dem anderen das Ei einzuschlagen. Sie- ger ist derjeni- ge, dessen Ei alle (manchmal auch hinterhältige und nicht ganz regel- konforme) Angrif- fe übersteht. Q uatsch oder nicht? Wenn es zu Ostern regnet, ge- ben die Kühe das ganze Jahr viel Milch. Außerdem wird es an jedem Sonntag bis Pfingsten regnet. Das besagt zumindest eine alte Bauern- regel aus Lettland. R atschen ersetzen die Os- terglocken, wenn die- se am Gründonnerstag nach Rom fliegen. Ratschen sind Knattergeräte, die meist von den Ratschenbuam selbst ge- bastelt werden. Die Ratschen sind bis zur Osternacht im Einsatz. Dann kommen die Glocken wieder aus Rom zu- rück. Übrigens: Seit 2015 ist das Ratschen in der Karwo- che von der UNESCO als Immaterielles Kulturerbe an- erkannt. S peisenweihe ist eine der ältesten österlichen Tradi- tionen und gibt es seit mehr als tausend Jahren. Heutzu- tage werden neben Fleisch- waren vor allem Eier und Milchprodukte zur Weihe am Ostersonntag mitgebracht. T aufpatinnen bringen am Osterwochenende ihren Schützlingen ein rie- siges Osterkipferl. Dieser Brauch ist vor allem in Tei- len der Steiermark aber auch im Mühl- und Traunvier- tel weit verbreitet. Das Bri- ochekipferl im Großformat mit bis zu einem halben Me- ter Durchmesser wird auch „Godnkipferl“ genannt. U rbi et Orbi ist der Segen, den der Papst am Oster- sonntag in die Welt hinaus schickt. Jährlich kommen Tausende Pilger nach Rom, um bei diesem Ostergruß des Papstes am Petersplatz da- bei zu sein. Hunderte Fern- sehstationen übertragen den „Segen für die Stadt und den Erdkreis“ auch live. V erschleppt werden in ei- nigen Orten im Salz- kammergut in der Nacht von Ostersonntag auf Ostermon- tag Gegenstände die frei her- umstehen und ein Rad haben. Das nennt sich dann „Oar- radeln“ (Eierradeln) und ist wahrscheinlich nur für die ein Spaß, die das Zeug ver- schleppen. W asser wird von Pries- tern in der Osternacht geweiht und wird dann ger- ne für die Taufen des folgen- den Jahres hergenommen. Außerdem wird Wasser für die Häuser der Gemeinde ge- weiht, um diese damit vor Unheil zu schützen. X P war noch vor dem Kreuz das erste Chris- tusmonogramm. Ab dem zweiten Jahrhundert wurde dieses Zeichen von Christen verwendet um ihren Glauben zu repräsentieren. Heute fin- det sich XP noch relativ oft auf Osterkerzen. Y sop ist ein relativ häufi- ges Wildkraut, das auch als Bienen- oder Eisenkraut bekannt ist und in jüngs- ter Zeit eine Renaissance als Würz- und Heilkraut erlebt. Mit Ysop kann man aber als natürliche Farbe Osterei- ern einen grünlichen Farbton verpassen. Z ickig gibt sich hin und wieder der Palmesel. Selbst geballte Mannes- kraft hilft dann oft nichts mehr. Der Esel bleibt stur und schon so mancher als Je- su verkleidete Ministrant musste die letzten Schritte zur Kirche statt auf dem Rü- cken des Esels auf „Schuster Rappen“ zurücklegen.
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