DOPPELPUNKT April2024

FAHRTWIND tern ein paar schöne Tage auf dem Hof verbringen und ihre Ferien genießen. Weil Ales- sando hat auch einen kleinen Campingplatz. Hier kann je- der nicht nur sprichwörtlich sein Zelt aufschlagen oder den Wohnwagen parken. Alessandro ist aber beileibe nicht der einzige Landwirt, der in Sardinien auf seinem Grundstück zum Urlaub ma- chen einlädt. „Agriturismo Sardinien“ hat sich in den vergangenen Jahren zu einem äußert erfolgreichen Projekt entwickelt. Dabei bleiben fast keine Wünsche offen. Vom Die Liebe zur Frau zerbrach im zweiten Sommer. Die Begeisterung für Sardinien und den alten Wohnwagen aber blieb. kleinen, einfachen Camping- platz bis hin zu luxuriösen Appartements mit sagen- haften Pool-Landschaften oder eigenen Meeresstränden spannt sich der Bogen des Angebotes. Die Preise sind moderat, was aber nur ein Teil des Er- folges ist. Wesentlich wichti- ger ist vielen Urlaubern, dass sie bei ihren „Agriturismo-Fe- rien“ oft Teil der Bauernfami- lie sein können. Aber das muss nicht sein. Wer lieber unter sich bleibt, kann das auch tun. Bei Alessandro wäre das ein Fehler. Weil der ist nicht nur ein herzlicher Gastgeber, sondern auch ein begnade- ter Koch. Und so hat er nach unserer Ankunft scheinbar im Handumdrehen drei riesi- ge Krabben aus dem Ärmel gezaubert und uns unter die Nase gehalten. Ob wir die vielleicht zum Abendessen möchten? Wir haben freudig genickt und uns mit dem her- vorragenden roten Hauswein einen Vorgeschmack in den Mund gezaubert. Maurice lernten wir beim Abendessen kennen. Er ist ge- bürtiger Franzose, war mehr als dreißig Jahre lang Gärtner im städtischen Park vor dem Eiffelturm in Paris und hat vor ebenso langer Zeit bei seiner Arbeit Alessandros Schwes- ter kennen und lieben gelernt. Im nächsten Sommer kam er nach Sardinien. Er wohnte für ein paar Wochen in einem Wohnwagen auf Alessandros Hof. Die Liebe zu Allessand- ros Schwester zerbrach im zweiten Sommer. Die Begeis- terung für Sardinien und den Wohnwagen direkt am Rand zur Olivenbaum-Allee aber blieb. Seit Maurice vor eini- gen Jahren in Pension ging, lebt er das ganze Jahr über in dem inzwischen ziemlich alten Wohnwagen und greift Alessandro bei der Arbeit am Campingplatz unter die Ar- me. Obwohl inzwischen bis ins tiefste Herz hinein ein Sarde, hat sich Maurice den Blick erhalten, den so oft nur Außenstehende haben. Jeder kennt das. Direkt vor deiner Haustüre übersiehst du die Schönheiten, die Fremde in Verzücken versetzen. Und so hat auch Alessandro zwar stets lachend aber trotzdem immer nur abwertend mit den Schultern gezuckt, wenn uns Maurice einen Ausflugstipp für die nächsten Tage gab. Das war zwischen Antipasti (mariniertes Gemüse, Pros- ciutto und verschiedene Sala- te) und Primi Piatti (besagten Krabben auf einem Berg Spa- ghetti). Lustiger Abend bei Alessandro mit Maurice, dem Gärtner aus Paris (rechts) und dem Nachbarn Pedro (hinten stehend). Der „Zuckerhut Sardiniens” ist 132 Meter hoch und liegt gegenüber des Porto Flavia.

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