DOPPELPUNKT August 2025

Die Reportage Seite 13 August 2025 nen und Saiten Werkstatt restauriert wurde, war ein Kontrabass aus dem Jahre 1730. „Es ist immer wieder ein Gänsehautmo- ment, wenn man ein Instru- ment öffnet und im Inneren einen Vermerk findet, in welchem Jahr es hergestellt wurde. Es ist total spannend sich vorzustellen, welche Geschichte darin steckt“, so Babi. Auch er selbst bringt bei jeder Arbeit einen hand- schriftlichen Vermerk an, „falls in 100 Jahren wieder wer drauf schaut“, lacht der Instrumentenbauer. Restaurationen dauern pro Instrument an die 150 Arbeitsstunden. So lange braucht der Handwerker auch, um eine komplett neue Gitarre zu bauen. Mit einem neuen Kontrabass ist er zwi- schen 300 und 350 Stunden beschäftigt. Nach so einer langen, intensiven gemein- samen Zeit bindet sich der Instrumentenbauer emotio- nal an jedes einzelne Inst- rument. Nach Fertigstellung dieser bleibt, wie so oft, ein lachendes und ein weinendes Auge bei dem Handwerker zurück. Die Arbeit des Instrumentenbauers Vormittags wird in der Werkstatt in Berndorf meist restauriert und repariert. Diese Arbeit empfindet Babi beinahe als meditativ. Nachmittags werden die neuen Instrumente gebaut, das ist der kreativere Teil seiner Arbeit. Die Kunden, hauptsächlich Profimusi- ker und Musikstudenten, kommen unter anderem aus Wien, München und Nieder- österreich zu demBerndorfer Instrumentenbauer. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass die Wartezeit auf eine neue Gitarre mindestens ein Jahr beträgt, auf einen neu- en Kontrabass sogar länger als ein Jahr. Bei Neubauten erfüllt er den Kunden alle Wünsche. So können Origi- nalinstrumente exat vermes- sen und nachgebaut werden, oder das Instrument wird seinem Spieler auf den Mil- limeter genau angepasst. Auch nach 10 Jahren Inst- Instrumentenbauer Georg Babi legt viel Leidenschaft in seine Arbeit. Alle Bilder: Albert Moser In jedem Instrument, welches restauriert wird, steckt eine ganz eigene Geschichte. rumentenbau ist Georg Babi überzeugt: „Mit jedem Ins- trument entwickle ich mich weiter, schaffe neue Para- meter für mich. Langeweile kommt in meiner Werkstatt auf jeden Fall keine auf.“ Elisabeth Dürnberger

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