DOPPELPUNKT Dezember 2022
Gärtner Sperr zieht D ass Gärtnermeister Reinhard Sperr besondere Wege geht, ist nicht neu. Das Neueste ist sein Plus-Energie-Firmengebäude, in das der Betrieb vor wenigen Wochen übersiedelt ist. Bisher hat das siebenköpfige Gärtner-Team von Sperrs Bau- ernhof in Oberhofen am Irrsee aus agiert. Der neue Firmensitz liegt nur einen Steinwurf vom bisherigen Standort entfernt und ist ein Plus- Energie-Haus. Die 50 kWp Photovoltaik-Anlage am Dach versorgt nicht nur das Gebäude mit Strom und Wärme sowie den elektri- schen Fuhrpark des Unter- nehmens, sondern wird auch noch Strom in eine geplante Energiegemein- schaft einspeisen. Das Be- tonfundament, das auf einer Grundfläche von 350 m² errichteten Gebäudes, ist mit einer Betonkernspei- cherung ausgestattet. Hei- zung und Kühlung leistet eine Luftwärmepumpe. Der Lagertrakt besteht komplett aus Holz mit Zellulosedäm- mung. „Mir ist es einfach wichtig zu zeigen, dass Kli- maschutz funktioniert und sich trotz der anfänglichen Mehrkosten rasch amorti- siert“, sagt Bauherr Reinhard Sperr. Insgesamt hat er bis jetzt 1,2 Millionen Euro ins neue Firmengebäude inves- tiert. Der Klimaaktivbetrieb, der gemeinwohlökonomisch bilanziert, ist für seine Vorrei- terrolle vielfach ausgezeich- net worden, darunter mit Prei- sen für soziale Verantwortung und Lehrlingsausbildung. Holzhalle In der Holzhalle gibt es vier Bereiche: zwei für die Lagerung ganzer LKW-Fuh- ren losen Häckselgutes (Ele- fantengras), einen Bereich bekommen die „Service Gärtner“ und ein Teil ist Ver- packungsraum. Weiters be- findet sich ein Büro und Platz für eine Betriebswohnung auf dem neuen Firmengelände. Bezüglich Klimaschutz geht Reinhard Sperr schon länger seinen eigenen Weg und ist Vorreiter im Bezug auf erneu- erbare Energien und das aus gutem Grund: „Ich sehe mich da in der Verantwortung. Bin ja nun auch seit einem Jahr für die Grünen im Gemeinde- rat und -Vorstand von Ober- hofen und vertrete dort eine zukunftsfähige, „enkeltaugli- che“ Politik, da kann ich dann nicht selbst tun was ich gern tu. Mit dem Neubau haben wir natürlich auch Grünland vernichtet, jetzt versuchen mein Team und ich halt das Beste draus zu machen. Also so sparsam wie möglich da- mit umzugehen, auf wenig Fläche viel machen, wenig Energie zu verbrauchen und ökologisch selbst zu produ-
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