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Die Reportage Seite 14 Dezember 2025 Er ist nämlich passionier- ter Legobauer – und diesem Hobby geht er nicht mittels Bauplänen nach, sondern „free style“. Also ohne An- leitung oder Skizze. Das macht er so gut, dass einige seiner Legobauwerke aus- gestellt sind. Sein Nachbau von Franz Klammer hat es sogar bis nach Billund in Dä- nemark ins Lego House ge- schafft. Aber von Anfang an: Mi- chael Sillinger hat bereits in seiner Jugend viel Zeit mit den bunten Bausteinen ver- bracht. „Wir hatten einen Legozug daheim, den mein Papa für uns auf verschieb- bare und teilbare Holzplat- ten gebaut hat. So hatten wir eine Landschaft, die immer wieder neu entstand – mit Häusern, Seen und endlo- sen Möglichkeiten“, erinnert sich der Lego-Fan, bei dem so der Grundstein für die große Lego-Begeisterung gelegt wurde. Dank seinem Sohn Moritz verfiel er vor einigen Jahren wieder dem Lego-Fieber. Sein Sohn war es auch, der Papa Michael überzeugte, sich bei der TV Serie „Lego Masters“ zu be- werben. „Ich hab mich nur beworben, weil ich dieses riesige Legosteinlager sehen wollte. Damit, dass ich wirk- lich in die Sendung aufge- nommen werde, habe ich gar nicht gerechnet“, so Sillinger. In der Show wurde ihm ein Wiener als Partner zugelost. Gemeinsam mussten sie ver- schiedene Aufgaben erfüllen. „Die für mich persönlich schwierigste Aufgabe war, als Team einen echten Hund nachzubauen. Dass sich die Tiere dauernd bewegten und auch nicht die ganze Zeit vor Ort waren, hat die Sache sehr erschwert“, verrät Michael. Allen Schwierigkeiten zum Trotz belegten Michael und sein Partner den 2. Platz in der Staffel der beliebten Fernsehshow. Neue Bauprojekte Nach den erfolgreichen TV-Auftritten wurde Michael auf der großen Legomesse „Bricking Bavaria“ in Fried- richshafen angesprochen – ob er ein Modell zum The- ma Berge und Wintersport für die Ausstellung in Ischgl beisteuern wolle? Natürlich wollte er! Für den bekennen- den Retro- und Skisportfan war auch das Thema sofort klar: er wollte Franz Klam- mer bei seinem Olympiasieg in Innsbruck nachbauen. Ge- sagt, getan – und nach meh- reren Wochen Bauzeit konn- te Franz Klammer in Ischgl ausgestellt werden. Michael „zweckentfremdet“ für seine Bauten die Legosteine oft, so besteht etwa Franz Klammers Skibrille aus Teilen, die ur- sprünglich für Autokotflügel und Fensterscheiben gedacht waren. Auch die Skischuhe waren ursprünglich Bauteile für Rosen. Das Franz Klammer Mo- dell sorgte sogar internatio- nal für Aufsehen. Es wurde ihm angeboten, seinen Franz Klammer für ein Jahr lang in Billund, Dänemark, im Le- go House auszustellen. Da die Präsentationsflächen dort aber anders sind, war es not- wendig, das Modell nochmal in einem anderen Maßstab zu bauen. Jetzt ist Franz Klam- mer Teil der Masterpiece Gallery. „Man darf nur ein Mal im Leben ein Legomo- dell dort ausstellen – das ist sozusagen die höchste Aus- zeichnung, die man in der Lego-Welt erreichen kann“, erzählt Michael nicht ohne Stolz. Daran, mit dem Lego- bauen aufzuhören, denkt der 40 Jährige trotzdem nicht. Bunte Steine, L ego ist ein Spielzeug für Kinder. Richtig? Nein! Der Seekirchner Sonderschullehrer Michael Sillinger be- weist das Gegenteil und zeigt, dass es für die bunten Steine keine Altersgrenzen gibt. Im Kinderzimmer von Sohn Moritz befindet sich das Familien- Sammelsurium an Lego Steinen in allen Farben, Formen und Grö- ßen. Eines der neuesten Projekte von Michael ist der Nachbau des al- ten Feuerwehrautos der Seekirchner Feuerwehr aus dem Jahre 1928. Bei genauer Betrachtung fällt auf, dass beispielsweise die Sitzlehnen aus Lego-Bananen bestehen. Liebevolle Details, wie zum Beispiel von Hasen angeknabberte Karotten, verleihen diesem Lego Bauernhof einen ganz besonde- ren Charme.
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