DOPPELPUNKT Februar 2023

Dezember 2022 Seite 15 Aktuelle Rundschau NATUR im Flachgau Ein Fink, eine Meise oder ein Stieglitz? Zählen Sie mit: Wie viele Vögel kommen zu Ihren Futterhäuschen? E s gibt Momente, da lasse ich trotz vieler Arbeit al- les liegen. Ich beantworte keine E-Mails mehr, hebe das Telefon nicht ab, schreibe keine Texte und hö- re auch augenblicklich mit dem Bearbeiten von Fo- tos auf. Das alles nur, um aus dem Fenster zu schau- en. Vor dem stehen drei Vogelhäuschen. Und wenn dort meine gefiederten Freunde eintreffen, dann kann ich einfach nicht an- ders, als ihnen zuzuschauen, wie sie lustig von Ast zu Ast hüp- fen und sich dazwischen immer wieder ein Sonnenblumenkern- derl holen. Meisen und Spatzen sind besonders frech und hüpfen sogar auf meiner Fensterbank hin und her. Die Amseln bleiben eher am Boden und wenn hin und wieder ein kleiner Birkenzeisig, ein farbenprächtiger Stieglitz oder ein rotschillernder Gimpel bei meinen Vogelhäusern einkehren, dann mache ich auch mei- ne Mitarbeiterinnen rebellisch und zu dritt schauen wir dann gebannt auf die Vogelhäuschen. Das ist momentan relativ selten. Weil irgendwie scheinen im heurigen Winter weniger Vögel zu sein, als sonst üblich. Ich kann das sogar anhand nackter Zahlen beweisen: Normaler- weise verfütterte ich rund 20 Kilo Sonnenblumenkerne, auf- geteilt auf vier Säcke mit je fünf Kilogramm. Heuer bin ich im- mer noch beim ersten Sack. Und der ist beinahe noch genauso voll, wie die Futterhäuschen vor meinem Fenster. Das muss ich bis zum 19. Februar Maximilian Hardegg er- zählen. Der wohnt auf Gut Hardegg im nördlichen Weinviertel und hat auch für Singvögel eine Schwäche. Deshalb ruft er seit zehn Jahren die Vogelfreunde dazu auf, einmal eine halbe Stun- de lang alle Vögel zu zählen, die zum Futterhäuschen kommen. Dabei ist es ganz egal, ob das Futterhäuschen im Garten, auf dem Balkon oder auf dem Fensterbankerl steht. Natürlich soll dieses lustige Vogerlzählen nicht nur der Un- terhaltung für die ganze Familie dienen. Es hat auch einen wissenschaftlichen Hintergrund. Weil unsere Singvögel sind bedroht. Sie werden immer weniger und damit kommt auch das Gleichgewicht in den natürlichen Lebensräumen ins Wanken. Monotone Landschaften haben zu einem massiven Insektensterben und einem Artenschwund bei den Vögeln geführt. Wer beim Vogelzählen mitmachen möchte, kann das zwi- schen dem 3. und 19. Februar tun. Alle Details dazu auf www. guthardegg.at/singvogelzaehlung-2022 und als besonde- ren Anreiz gibt’s auch noch ein Gewinnspiel mit schö- nen Preisen für die Hobby-Ornitologen und Kinder. Rupert Lenzenweger

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