DOPPELPUNKT Juni 2025
Lesezeichen Seite 22 April 2024 SOMMERLEKTÜRE Auch auf Kur ist eine Mordermittlerin im Dienst N atürlich weiß ich als Mann jetzt nicht genau, wie es bei reinen Damenkränzchen zugeht. Aber ich könnte mir schon vorstellen, dass sie genauso ablaufen, wie es Angela Szi- vatz in ihrem Krimi „Tödliches Gspusi“ beschreibt. Da geht’s lustig zu. Geredet wird über Gott und die Welt, gekichert wird über Bekannte und Freundinnen und hin und wieder kom- men auch ein paar frivole Sachen zur Sprache. Noch ein bisserl ärger wird’s wahrscheinlich, wenn sich die Damen gerade auf Kur befinden. So wie Chefinspektorin Hilda Mooslechner. Und jetzt wissen wir aus Erfahrung von zahlreichen Krimis aus Büchern und dem Fernsehen, dass überall dort Leichen auftauchen, wo sich die Ermittler gerade befinden. So auch bei der Kur am Wolfgangsee. Da liegt plötzlich ein Kurgast ermordet herum. Hilda Mooslechner er- mittelt und kommt bald drauf, dass eine ihrer Damen vom Kaffekränzchen etwas enger mit dem Toten bekannt war. Oder hatte sie gar ein Gspusi mit ihm? Tödliches Gspusi von Ange- la Szivatz ist ein lustiger Krimi. Das Buch lässt sich leicht lesen, die Handlung ist immer klar und so spannend, dass der Leser das Buch gar nicht weglegen möchte. So ist es mir auch er- gangen. Und so war ich einen ganzen Nachmittag auf der Terrasse in der Sonne liegend mit den Damen unterwegs um am Ende des Buches festzustellen: So eine Kur kann mörderisch aufregend sein. Tödliches Gspusi. Angela Szivatz, Gmeiner-Verlag, Taschenbuch, 250 Seiten, ISBN 978-3-8392-0827-4, 14,40 Euro. Live ist Life – Leben mit einemWelthit L ive is Life von Opus ist ein Welthit. Das seit Jahren und bei allen Anlässen. Es gibt wohl kaum eine Party oder ein Fest, bei dem nicht irgendwann das Lied aus dem Lautsprecher kommt. Geschrieben hat das Lied Ewald Pfleger. Der wurde jetzt 70 Jahre alt. Was liegt da näher, als ein Buch über diesen Ausnahmemusiker zu schreiben. Und der Titel liegt prak- tisch auf der Hand: „Live is Life“. Das Buch ist mehr als eine Biographie. Es ist so etwas wie ein Geschichtsbuch über die österreichische Musikszene. Natürlich dreht sich vieles um Opus. Der Leser erfährt aber auch wissenswertes und vielleicht bisher unbekanntes über Wolfgang Ambros, Falco oder S.T.S. Ewald Pfleger erzählt, dass „Live is Life“ beileibe kein Zufallstreffer war, der zum ersten Mal auf einem burgenländischen Fußballplatz gespielt wurde. Und ob- wohl schon damals das Lied die Zuschauer zum spontanen mitsingen hingerissen hat, glaubte kein Musikverlag daran, dass „Live ist Life“ ein Hit werden könnte. Und so haben die Mitglieder von Opus noch heute alle Rechte an diesem Gassenhauer. Live ist Life – Mein Leben mit einemWelthit. Ewald Pfleger und Andy Zahradnik, Ueberreuter-Verlag, Hardcover, 240 Seiten mit einer umfangreichen Diskographie, ISBN 978-3-8000-7888-2, 27 Euro. Es war einmal das Huhn W elch viel versprechender Titel, wie für ein Märchenbuch und die Geschichte des Huhnes ist tatsächlich fast märchenhaft. Von dem ursprünglich tropischen Vogel hat sich das Huhn zu dem häufigsten Landlebewesen auf der Erde (das eine Wirbelsäule und ein knöchernes Skelett besitzt) entwickelt. Aktuelle Schätzungen gehen davon aus das mindestens 34 Milliarden Hühner auf der Erde leben. Und dieser Siegeszug hält weiter an. Im Buch wird nicht nur die Geschichte des Huhnes sondern auch die Entwicklung der Beziehung Huhn und Mensch detailliert beschrieben. Es war einmal das Huhn lässt nicht nur einen Blick auf die Entwicklung vom Huhn zu sondern es kommen auch viele Experten in kleinen Interviews zu den verschiedensten Themengebieten zu Wort. Die vielen Grafiken und Bilder lockern das Buch auf und bringen eine schöne Abwechs- lung zu den Textpassagen. Dieses Buch ist definitiv, für alle die Hühner lieben (egal in welcher Form), eine lohnende Investition. Es war einmal das Huhn. Eine Forschungsreise durch die bewegte Geschichte von Mensch und Huhn von Astrid Drapela. Verlag Goldegg, 272 Seiten, ISBN 978-3-99060-388-8, 24 Euro.
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