DOPPELPUNKT Oktober 2026

PANOPTIKUM FUNDSTÜCK Kleine Dinge, von denen wir oft gar nicht wissen, dass wir sie noch haben Seit 2024 sind wir zwangsbeglückt. Jeder Haushalt in Österreich muss eine monatliche Gebühr für den ORF abliefern, egal ob dessen Programme genutzt werden oder nicht. Die Diskussionen über diese Pflichtgebühr sind nach wie vor nicht ganz verstummt. Genau genommen gibt es diese Rundfunkge- bühren seit 1965. Mit dem Inkrafttreten der Rundfunkverordnung war jeder Haushalt ver- pflichtet, eine Rundfunkbewilligung zu bean- tragen. Davon gab es zunächst zwei: Nur die Bewilligung für den Radio-Empfang und eine sogenannte Rundfunk-Hauptbewilligung, die auch den Fernseh-Empfang erlaubte. Erteilt hat diese Bewilligung die Post- und Telegra- phenverwaltung. So eine Rundfunk-Hauptbewilligung gab dem Bewilligungsinhaber die Befugnis (und jetzt wörtlich zitiert): „eine Rundfunkempfangs- anlage an einem angegebenen Standort oder in einem Fahrzeug, über das der angegebe- ne Bewilligungsinhaber verfügt zu errichten und zu betreiben. Vorübergehend dürfen die Anlagen auch außerhalb des Standortes oder Fahrzeuges betrieben werden. Außerdem dür- fen in Wohnräumen des Bewilligungsinhabers auch im gemeinsamen Haushalt le- bende Personen eine Empfangsstati- on errichten und betreiben.“ Mit dem Inkrafttreten des Rund- funkgebührengesetzes im Jänner 2000 wurde dieses alte, auf Bewil- ligungen und Post-Anmeldungen basierende System abgelöst und durch die einfache standortbezo- gene Rundfunkgebührenpflicht er- setzt. Bis 2024 war die Anmeldung von Radio- oder Fernsehgeräten zwar verpflichtend, geschah aber mehr oder weniger auf freiwilli- ger Basis. Deshalb startete der ORF auch immer wieder Kam- pagnien gegen Schwarzhörer und Schwarzseher und drohte mit empfindlichen Strafen, soll- ten Empfangsgeräte ohne An- meldung in Betrieb genommen werden. Rupert Lenzenweger Papierl gegen „schwarz sehen” 37 Wanderungen um 92 Seen W ozu denn in die Ferne schwei- fen – sieh das Gute liegt so nah. Kaum wo liegt dieses Sprich- wort so nahe an der Realität, als wenn es um unsere Heimat geht. Man kann noch so weit reisen um wieder festzustellen, dass die schönsten Seen und Berge direkt vor unserer Haustüre liegen. Tatsache ist aber auch: Was du immer haben kannst, wird kaum geschätzt. Genau da hakt Chris- toph Schmidsberger ein und hat jetzt in einem Buch 37 Wander- touren entlang der Salzkam- mergut Seen zusammengestellt. Dabei kommt er auf unglaub- liche 92 Seen, die in unserer Heimat er- und umwandert werden können. Und für jeden ist etwas dabei. Von Kinder- wagen freundlichen Touren bis hin zu Kraxelpartien, die auch einen guten Orientie- rungssinn verlangen, spannt sich der Bogen im Buch. Auch Mountainbiker kom- men nicht zu kurz und finden schö- ne Touren zwischen Irrsee, Hintersee, Mondsee oder Tauplitzsee. Christoph Schmidsberger weiß wovon er schreibt. Aufgewachsen im Alm- tal entdeckte er schon als Kind sei- ne Liebe zum Wandern. Er fand wenig begangene Routen zu Orten der Stil- le und erkundet seit jeher das Salz- kammergut abseits der Touristenströ- me. All diese Erkenntnisse und Erfah- rungen ließ er in sein Buch „Salzkam- mergut, Seen entdecken – erwandern – erleben“ einfließen. Herausgekom- men ist eine hervorragende Antwort, wenn wieder einmal die Frage auf- taucht, wohin die nächste Wanderung oder der gemeinsame Familienausflug führen könnte. Erschienen ist das Buch gerade recht- zeitig zu Beginn der herbstlichen Wandersaison im Pustet Verlag. Es ist 288 Seiten stark und als Ergänzung dazu gibt es alle detaillierten Wander- karten digital auf´s Smartphone über QR-Codes. ISBN 978-3-7025-1216-3, 288 Seiten, 25 Euro.

RkJQdWJsaXNoZXIy MTA1MzE0