VOLLMOND 1-2024
VOLLMOND 1/2024 11 D ie Mondseer Gegend ist bekannt dafür, die Heimat verschiedenster Künstlerinnen und Künst- ler zu sein. Die gebürtige Mondseerin Monika Schweighofer, erfolgreiche Musicaldarstellerin, ist eine von ihnen. Wie bist du auf diesen un- gewöhnlichen Beruf gekom- men? Schweighofer: Bereits als Kind war ich an Gesang, Schauspiel und Tanz interes- siert. Ich war in verschiede- nen Kinderchören, wie zum Beispiel im Salzburger Fest- spiel- und Theaterkinderchor. Mit vier Jahren hatte ich mei- ne ersten Ballettstunden. Erst als ich mit Mondseer Freundinnen in Wien war und wir das Musical „Elisabeth“ ansahen, war für mich klar: Im Musical wird getanzt und gesungen - das will ich auch! Wie wird man Musicaldar- stellerin? Schweighofer: In Salzburg war das damals nicht so ein- fach. Ich nahm verschiedene Unterrichtsstunden in Bal- lett, Jazz, Steppen, Modern Dance um möglichst vielsei- tig tanzen zu können. Auch Gesangsunterricht nahm ich regelmäßig. Ich habe schnell festgestellt, dass der klassi- sche Gesangsunterricht allein nicht ausreichend ist. Um die unterschiedlichen Klangfar- ben zu erlernen und zu entwi- ckeln, sind Einzelstunden im Musicalbereich von imensen Vorteil. Daher bin ich zwei Mal im Monat nach Wien gefahren, um dort von An- nemieke van Dam, einer be- kannten Musicaldarstellerin, Einzelstunden in Gesang zu bekommen. Hattest du in dieser Zeit auch schon Auftritte? Schweighofer: Mit 17 Jah- ren spielte ich im ersten pro- fessionellen Engagement mit. Es war das Stück „Kick it like Im Musical werden Tanz, Gesang und Schauspiel kombiniert. Bild: Dennis Mundkowski Beckham“ am Salzburger Landestheater. Das klingt nach einer in- tensiven Kindheit. Wie ha- ben deine Eltern auf deinen ungewöhnlichen Berufs- wunsch reagiert? Schweighofer: Ja, ich habe sehr viel Zeit in meine Ausbil- dung investiert. Mit sechs Jahren hängte ich meine Ballerinaschuhe vorübergehend an den Nagel. Ich wollte als Kind meine Unterrichts- stunden selbst bezahlen. Also ging ich zusätzlich zu den Tanz- und Gesangsstunden noch Babysitten und Kellnern. Auf diese Weise konnte ich eine sehr große Wertschätzung meinem Unterricht gegenüber entwickeln. Meiner Familie wurde klar, wie wichtig mir das Singen und Tanzen ist, als ich mit elf Jahren im ganzen Umkreis selbstständig Pro- betrainings in verschiedenen Ballettschulen vereinbart ha- be und diese auch wahrnahm. Seither stehen meine Eltern immer hinter mir und unter- stützen mich. Wichtig war ihnen aber, dass ich eine be- rufsbildende Schule besucht habe. Meine Wahl fiel auf die Kindergartenschule in Salz- burg. Was hast du nach der Kin- dergartenschule gemacht? Schweighofer: Nach dem Schulabschluss war ich in Wien im Performing Center Austria. Dort absolvierte ich ein sogenanntes „Außeror- dentliches Jahr“. Nach die- sem Jahr wurde mir von der Stage School in Hamburg ein Vollstipendium angeboten, welches ich natürlich ange- nommen habe. Mit diesem Stipendium hat sich ein ganz großer Traum erfüllt. Noch dazu in Hamburg: ich liebe diese Stadt! Wie war deine Zeit an der Stage School in Hamburg? Schweighofer: Die Ausbil- dung an der Stage School dauert drei Jahre. In diesen Ausbildungsjahren wird den Schülern auch ermöglicht, Praxiserfahrungen zu sam- meln. Es werden verschiedene Stücke von den Schülern von Anfang bis Ende gestaltet – inklusive Cast, Regie, Tanz- schritte und so weiter. Ich hat-
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