VOLLMOND 1-2024

12 VOLLMOND 1/2024 Das INTERVIEW Monika Schweighofer ist leidenschaftliche Musicaldarstellerin. Bild: Benjamin Hauschild Schweighofer in der Rolle als „Julia“. Bild: Monika Schweighofer te das Glück, bei drei solchen Shows mitwirken zu können. Alle Proben und Auftritte er- folgen neben der normalen Schule. Dementsprechend in- tensiv und anstrengend waren diese Zeiten auch. Nach deinem Abschluss der Stage School wurdest du zu einem Casting Termin für das Stück „Romeo und Ju- lia – Liebe ist Alles“ in Ber- lin eingeladen. Wie läuft so etwas ab? Schweighofer: Zuerst muss- te ich ein Video einschicken, auf dem ich die berühmte Bal- konszene der „Julia“ gespielt und gesungen habe. Danach kam ich in die nächste Runde und wurde zur Live Audition in Berlin zum Vorsingen und Vorsprechen eingeladen. An- schließend wollten sie noch- mal ein Tanzvideo von mir. Und dann wurde mir die Co- ver-Rolle der Julia und eine Swing Position angeboten. Ich weiß noch, dass ich sehr aufgeregt war und es nicht ab- warten konnte, am nächsten Morgen endlich meiner Fami- lie und den engsten Freunden davon erzählen zu können! Wie oft wurde „Romeo und Julia“ aufgeführt? Schweighofer: Das Stück hatte acht Shows pro Woche, es wurde 250 mal aufgeführt. 78 mal davon spielte ich die „Julia“. Weitere 72 mal stand ich mit einer Swing Rolle auf der Bühne. Hast du vor deinen Auftrit- ten Lampenfieber? Schweighofer: Ich würde es eher als freudige Aufregung bezeichnen. Wirklich Lam- penfieber habe ich nur bei Pre- mieren oder wenn besonders wichtige Leute im Publikum sitzen wie zum Beispiel meine Familie oder Freunde. Bekommen die Darsteller vom Publikum etwas mit? Schweighofer: Wir bekom- Die Zusage kam mitten in der Nacht. men alles vom Publikum mit! Die Akustik ist in den Thea- tern so gut, dass wir sogar Ge- spräche von ganz hinten hören können. Das lenkt natürlich ab. Auch wenn wir gefilmt oder fotografiert werden, kann das für uns störend sein. Aber man bekommt auch mit, wenn das Publikum etwas lustig fin- det. Es ist ein tolles Gefühl, wenn man bemerkt, dass sich das Publikum auf das Stück einlässt und mit uns Schau- spielern mitfühlt. Ist dir schon mal ein lustiges Bühnen-Hoppala passiert? Schweighofer: Dass jemand von der Besetzung einen Text- hänger hat oder ein paar Wör- ter verwechselt, kommt häufig vor. Meist wird es so gut kaschiert, dass das Publikum davon nichts mitbekommt. Mir ist aber bei einer „Romeo und Julia“ Vorstellung etwas viel lustigeres passiert. Der hintere Teil der Bühne ist im Halbkreis angeordnet und es sieht aus, als ob verschiede- ne Türen da wären. Bei einer Vorstellung stellte ich einen Mönch dar und ich musste in Romeos Albtraumszene rück- wärts gehen. Ich hatte sehr viel Schwung und schlug ver- sehentlich ein Loch in eine dieser Türen. Aus dem Publi- kum heraus konnte man deut- lich erkennen, dass dahinter unsere ganzen Requisiten ge- lagert waren. Wir Schauspie- ler haben das ntürlich auch mitbekommen und mussten uns sehr zusammenreißen, um nicht laut los zu lachen. Hast du ein Lieblingskos- tüm? Schweighofer: Ich liebe das Ballkleid und auch das Kleid der Julia. Was war das lustigste Kos- tüm, das du jemals getragen hast? Schweighofer: In meiner Zeit im Festspielchor in Salzburg, ich war zehn, wurden wir mal von oben bis unten in Luft- polsterfolie gewickelt. „Romeo und Julia“ wurde im Jänner 2024 das letz- te Mal aufgeführt. Hast du schon Pläne für die Zukunft? Schweighofer: Ab Mai bis Juli werde ich in „The Rocky Horror Show“ als „Janet“ in Regensburg dabei sein. Der- zeit laufen viele Bewerbungen für Shows ab Herbst, ich bin schon gespannt wo es mich hinverschlagen wird. Toll wä- re es, wenn ich ein Teil eines Fixensembles in einem Thea- ter werden könnte. Inverview: Elisabeth Dürnberger Das komplet- te Interview finden Sie auf www. f l a c h - gau.TV/Kultur

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