VOLLMOND 1-2024
VOLLMOND 1/2024 17 Riesige Schraubenschlüssel mit einem Maul so breit, dass eine Faust darin Platz hat. Hämmer so schwer wie Granit-Steine für den Straßenbau oder Drehmomentschlüssel mit einem Stiel dick wie Unterarme. Wenn Lastwagen in die Werkstatt zur Reparatur müssen, ist das Werkzeug dafür üblicherweise recht mächtig. Nicht so bei Franz „Sik“ Eichridler aus St. Lorenz. Wenn er an seinen Lastwagen „schraubt“, dann nimmt er Uhr- macherwerkzeuge zur Hand. Aus groben Zangen werden zarte Pinzetten und Tupflack oder Klebefolien ersetzen Schwingschleifer, Karosseriehämmer und Lackierkammer. Des Rätsels Lösung: Eich- ridlers Lastautos sind Mo- delle. Allesamt im Maßstab von 1:87 und es sind mehr als 1.400 Stück, die bei ihm in der Garage stehen. Wobei natürlich die Garage jetzt auch keine richtige Garage ist, sondern ein ausgebauter Raum im Keller des Eichridler- Hauses. An den Wänden stehen Vitrinen und hinter den Glasscheiben haben die schmu- cken Lastwagen ihren Platz. Jetzt ist es so, dass Franz Eich- ridler nicht einfach nur irgendwel- che LKW-Model- le sammelt. Also quasi ins Spiel- zeuggeschäft geht, um den ganzen Matchbox-Bestand aufzukau- fen. Mitnichten. Alle Lastwa- gen im Fuhrpark des Samm- lers sind Modelle von echten Fahrzeugen, wie sie täglich auf der Straße zu sehen sind. Weil viele Transportfirmen haben die Lastwagen nicht nur in groß, sondern auch als Werbegeschenk für Kunden als kleine Modelle. Und ge- nau diese sammelt Eichridler seit 15 Jahren. „Begonnen hat alles mit einem Almdudler-Lastwagen, den ich von meiner Tochter geschenkt bekommen habe“, erinnert sich Eichridler. Da- Alle Bilder: August Schwertl Im Paradies der kleinen Laster mit hat ihn der Sammelvirus gepackt. Er ist bei Firmen- chefs vorstellig geworden und hat nach LKW-Modellen gefragt. Er hat große Konzer- ne angeschrieben und manch- mal gleich mehrere Modelle bekommen oder überhaupt keine Antwort. „Und irgend- wann hatte ich dann 30 Modelle und war eigentlich damit zufrieden“, erinnert sich Eich- ridler und genau das war das Prob- lem, das eigentlich alle Sammler ken- nen. Schleichend und für den Betrof- fenen nicht merk- bar wird aus dem Hobby eine Sucht. Zu dieser Zeit hat Eichridler auch damit begonnen, einen Raum im
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