VOLLMOND 1-2025

12 VOLLMOND 1/2025 Das INTERVIEW aus dem Mondseeland Seit zwölf Jahren geht Roland Brunnbauer fast täglich in die Luft. Und das ist jetzt nicht sprichwörtlich gemeint. Bild: Adi Geisegger Synchronfliegen in höchster Perfektion. Roland Brunnbauer und Norbert Winkler wurden im Oktober vergangenen Jahres Vize-Weltmeister. Bild: Christian Wascher nach einem schönen Flug auf der Kaiserwiesen gelandet, wo mich mein Team empfan- gen hat. Da drängt sich die Frage auf: Was ist als nächstes ge- plant? Brunnbauer: Das wollen alle immer wissen. Aber ich verrate nichts, solange nicht alles geklärt ist. Nur so viel: Ich habe einige Ideen und ar- beite auch schon an der Um- setzung. Grundsätzlich möch- te ich ein Projekt pro Jahr ma- chen. Bis es aber so weit ist, bin ich mit meinem Airbound Team bei Flugshows und an- deren Veranstaltungen im Einsatz. Auch bei sportlichen Bewerben wie dem Weltcup oder bei Weltmeisterschaften werden wir wieder dabei sein. Bei Wettkämpfen sind Sie ja auch nicht ganz erfolglos. Brunnbauer: Stimmt. Im vergangenen Jahr bin ich ge- meinsam mit Norbert Winkler Zweiter bei den Weltmeister- schaften im Synchronfliegen geworden. Außerdem habe ich mit Norbert Winkler und Max Martini erstmals das „kappenrelative“ Fliegen mit dem ACRO-Fliegen verbun- den. Wir können so einzigar- tige Flugzustände und Shows kreieren. Bei manchen Figu- ren sind wir sogar mit einem Gurt verbunden. Das erfor- dert nicht nur großes Können, sondern auch absolutes Ver- trauen in deinen Partner. Weil im Grund genommen bewe- gen wir uns immer am Rande der Physik und einige unse- rer Figuren sind nur dadurch möglich, indem wir gewisser- maßen ein kontrolliertes Ab- stürzen durchführen. Wann ist Ihre Begeisterung für das Paragleiten er- wacht? Brunnbauer: Ich habe 2013 mit 20 Jahren bei der Flug- schule in Mattsee einen ers- ten Schnupperkurs gemacht. Kurz danach habe ich einen Piloten gesehen, der mit dem Schirm einen Looping (Infi- nity Tumblings) geflogen ist. Mir war spontan klar, dass ich das auch machen möchte. Der Rest war dann Training, Trai- ning und nochmals Training und ich bin auch heute noch täglich in der Luft, wenn es das Wetter zulässt. Stimmt es, dass Sie nur wegen Ihres Sports nach Mondsee gekommen sind? Brunnbauer: Das ist rich- tig. Ich bin ursprünglich aus Raab im Innviertel. Von dort ist der Weg in ideale Flugge- biete doch ein relativ weiter und ich habe viel Zeit beim Autofahren vertan. So bin ich auf Mondsee gekommen. Der Ort ist schön und le- benswert und die schönsten Fluggebiete wie das Zwöl- ferhorn, der Gaisberg oder Werfenweng liegen direkt vor der Haustüre. Und jetzt lebe ich mit meiner Freundin Leandra, die übrigens auch

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