VOLLMOND 1-2026

14 VOLLMOND 1/2026 ARBEITSMARKT B esonders AHS-Maturanten und Maturantinnen kön- nen ihre Kenntnisse nicht vollständig einsetzen. Laut Statistik Austria verfügen 24,7 % der Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter von 15 bis 34 Jahren ihrer eigenen Einschätzung nach über höhere Kenntnisse als für ihre Arbeit erforderlich sind. Junge Erwachsene oft überqualifiziert Besonders hoch (46,9 %) ist dieser Anteil bei Personen mit einer AHS-Matura als höchstem Bildungsabschluss. Das geht aus den Ergebnis- sen des Moduls „Junge Men- schen auf dem Arbeitsmarkt“ der Mikrozensus-Arbeits- kräfteerhebung 2024 hervor. Vor allem zu Beginn des Er- werbslebens kommt es häufig zu Diskrepanzen zwischen Qualifikation und Jobanfor- derungen. Während bei 71,8 % der jungen Erwerbstätigen Kenntnisse und Fähigkeiten gut zur beruflichen Tätigkeit passen, kann jede vierte unter 35-jährige Person die in der Ausbildung oder dem bisheri- gen Berufsleben erworbenen Qualifikationen im Job nicht vollständig einsetzen. Qualifizierung unterschiedlich Am seltensten geben Per- sonen mit maximal Pflicht- schulabschluss (13,9 %) an, dass ihre bis dato erworbe- nen Kenntnisse und Fähig- keiten über ihre Jobanforde- rungen hinaus reichen. Auch Personen mit Lehrabschluss schätzen sich vergleichsweise selten (20,2 %) als überquali- fiziert ein. Grundsätzlich wei- sen junge Erwerbstätige, die eine Teilzeittätigkeit (oftmals neben der Ausbildung) aus- üben, ein höheres Ausmaß an Überqualifizierung auf (34,4 %) als jene mit einer Vollzeit- tätigkeit (19,2 %). Migrationshintergrund Beträchtliche Unterschiede in Hinblick auf eine Beschäf- tigung entsprechend der Qua- lifikation zeigen sich auch nach Herkunft. Personen mit Migrationshintergrund gaben deutlich häufiger (30,1 %) als jene ohne (21,9 %) an, über- qualifiziert zu sein. Dabei be- richten Angehörige der zwei- ten Migrationsgeneration, die somit bereits in Österreich geboren sind, deutlich selte- ner von Überqualifikation im Job (25,7 %) als jene der ers- ten Generation (31,9 %). Bei den jungen Frauen liegen je nach Migrationshintergrund größere Unterschiede vor als bei den gleichaltrigen Män- nern.

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