VOLLMOND 2-2002
ls die Kirche von Zell am Moos noch nicht stand, breiteten sich zum Irrsee hin große Moor- und Moos- wiesen aus. Einmal ging dort ein Hirte oder Fuhrmann des Weges und machte eine sonderbare Ent- deckung. Mitten im Moos lag oder stand eine Marienstatue. Niemand wusste wie sie dahin kam. Daraufhin geschah etwas Besonderes. Auf dem Platz, wo heute die Kirche von Zell am Moos steht, war die Statue nicht mehr wegzubewegen. Vor lauter Schwere konnte man sie we- der tragen noch führen. So wurde dort eine Kapelle zu Ehren der Gottesmutter Maria errichtet, später dann die heutige Kirche von Zell am Moos. Weil die Ma- rienstatue im Moos gefunden worden war und ähnlich der Statue von Maria Zell in der Steiermark war, erhielt der Ort den Namen Zell am Moos. Im Jahr 1855 lebten noch alte Menschen, die als Kinder die Wunderstatue am Altar gese- hen hatten. Sie berichteten auch, dass die Wallfahrer fleißig geopfert hätten. Information zur Sage Die Kirche in Zell am Moos war früher eine berühmte Wallfahrtskirche. Von weit und breit kamen die Menschen zur Ma- rienstatue mit dem Jesuskind, die einst auf dem Hochaltar stand und suchten Hil- fe. Die Statue konnte mit verschiedenen kostbaren Kleidchen umhängt werden. Über die Herkunft dieser Marienstatue wussten die Leute früher eine wundersa- me Geschichte zu erzählen. Als im Jahr 1706 die Maria Hilf Kir- che in Mondsee neu errichtet wurde, gingen immer mehr Wallfahrer dorthin. Die Wallfahrt nach Zell am Moos wurde immer mehr vergessen. Im 17. Jahrhun- dert waren die Kirchenwände der Zeller Kirche voll von Votivbildern, welche die Wallfahrer aufgehängt hatten. Heute be- findet sich kein einziges mehr dort. Auf den Bildern waren die Nöte und Leiden der Menschen aufgemalt und mit weni- gen Sätzen beschrieben. Vom Kloster Mondsee aus hatte man die Texte der Vo- tivtafeln aufschreiben lassen, man plan- te wahrscheinlich die Herausgabe eines kleinen Wunderbüchleins. Die Mönche legten das Papier zu den Klosterakten. Diesem Umstand verdanken wir die Er- haltung der Texte. Sagenquelle aus dem Buch: Wundersames Mondseeland. Sagen, Le- genden, Erzählungen für Kinder und Er- wachsene. Gesammelt und neu erzählt von Anton Reisinger, illustriert von Agneta Gräfin von Almeida, Verlag omnipublica, ISBN-10: 3-9502162-4-3, Euro 14,-. Verkauf: in allen drei Mondseer Museen, info@museummondsee.at SAGE AUS DEM MONDSEELAND
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