VOLLMOND 2-2002

A schermittwoch ist eigentlich ein ziem- lich strenger Fasttag. Für die meisten Menschen wird aber beim Heringsschmaus erst noch einmal kräftig geschlemmet. Schließlich haben wir ja noch 39 an- dere Tage zum Fasten. Das Aschenkreuz auf der Stirn gibt’s in der Kirche. B änder gehören auf den Palmbuschen. Je bunter desto besser. So machen sie ein schönes Bild und jeden Palmbuschen zum Schmuck- stück. Apropos Palmbuschen: Während in Salzburg die Buschen eher klein und handlich sind, werden in Oberösterreich auch manns- hohe Trümmer zur Kirche getragen. C hristis Auferstehung ist der Anlass, den wir zu Ostern feiern. Nicht so in Norwegen. Dort ist es das Fest zum Erwachen der Natur. Dass es dennoch seit einiger Zeit auch Ostereier und Osterhasen in Norwegen gibt, liegt daran, dass große Supermarktketten die Sachen aus Deutschland importieren und in die Regale stellen. D olorosa Via nennen die Spanier den Leidens- wegs, den Jesu gegangen ist und alljährlich machen sich auch Tausende Spanier auf diesen Weg. Verkleidet als Heilige stellen sie mit Hei- ligenfiguren und Schauspiel bei Prozession diesen Kreuz- weg nach. Die „Via Doloro- sa“ ist einer der prächtigsten Osterbräuche in ganz Europa. E ier sind das Ostersymbol schlechthin. Bunt gefärbt werden sie am Ostersonntag versteckt und zumeist von den Kindern gesucht. Bereits seit dem 12. Jahrhundert wer- den die Eier ausgeblasen oder hart gekocht, bemalt um sie entweder zu Dekorationszwe- cken für den Osterstrauch zu nutzen oder die Eier am Os- tersonntag zu essen. F euer faszinieren uns im- mer. Auch zu Ostern, wo in vielen Regionen Oster- feuer entzündet werden. Als liturgischer Teil ist das Oster- feuer ein gesegnetes Feuer an dem der Pfarrer die Osterker- ze entzündet. G rün ist der Donnerstag, an dem die Glocken nach Rom fliegen. Den Lärm zu Mittag übernehmen die „Ratschenbuam“. Meist Ministrantinnen und Minist- ranten, die sich das ganz Jahr darauf freuen. H asen sind um diese Zeit allgegenwärtig. Auf Bil- dern und Plakaten, als Scho- koladen und auch in echt. Weil Ostern ohne Hasen? Muss dazu jetzt noch mehr gesagt werden? I ndigo wird von all jenen gerne verwendet, die ihre Ostereier mit natürlichen Mitteln färben. Indigo ist ei- nes der ältesten Färbemitteln und wurde bereits in prähis- torischer Zeit zum Einfärben von Textilien verwendet. Üb- rigens: Indigo macht blaue Ostereier. J udaskuss wird heute noch eine Geste genannt, die von einer bösen Absicht ablenken soll. Nach dem Matthäus-Evangelium wurde Jesus vom Apostel Judas an die Truppen der Hohepriester am Ölberg durch einen Kuss verraten. K arfreitag bringt uns end- lich das Ende der Fas- tenzeit. Ausgezerrt und abge- magert schleppen wir uns zur Auferstehungsfeier um 15 Uhr. Labile Charakter greifen danach zum ersten Bier nach langer Zeit. Eiserne Charak- ter warten damit noch bis zum Karsamstag. L amm ist neben dem Ha- sen wohl das begehrteste Tier zu Ostern. Man kann Osterlämmer aus Schokolade kaufen, man kann sich wel- che mit entsprechenden For- men selbst backen und nicht selten landet ein Lamm auch als Festtagsbraten auf dem Ostertisch. M ünzwerfen ist ein Eier- spiel aus der Schweiz: Ein Spieler hält das Ei, der zweite Spieler muss ver- suchen, eine Münze so auf das Ei zu schleudern, dass das Geldstück im Ei stecken bliebt. Ist das der Fall, darf sich der Werfer Ei und Mün- OSTERN im Mondseeland Oster-Rap 32 VOLLMOND 2/2020

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