VOLLMOND 2-2022

VOLLMOND 2/2022 27 l Antlaßeier sind Eier, die am Gründonnerstag, dem Antlaßtag, von den Hennen gelegt und am Ostersonntag in der Kirche geweiht wer- den. Diesen Eiern werden besondere Kräfte nachgesagt. Auf den Dachboden gelegt, sollen sie vor Blitzschlag schützen. Im Feld vergraben bringen sie Fruchtbarkeit und in den Stall gehängt schüt- zen die Antlaßeier vor bösen Hexen. l Zum „Oarradeln“ tref- fen sich die Bewohner des Salzkammergutes. Dieser kuriose Brauch soll die Orts- bewohner zu mehr Ordnung erziehen. Beim „Eierradeln“ werden in der Nacht von Os- tersonntag auf Ostermontag alle Gegenstände die ein Rad haben und frei herumstehen, verschleppt. l Eine „Eierschlacht“ ist für die Bulgaren der Höhe- punkt eines jeden Osterfes- tes. Diese Eierschlacht wird nach der Messe am Oster- sonntag veranstaltet. Dabei fliegen die Eier in hohem Bogen durch die Gegend und machen weder vor Familien- mitgliedern noch vor den Kirchenmauern halt. Ziel die- ser Schlacht: All jene, deren Eier dabei heil bleiben, kön- nen sich auf ein glückliches Jahr freuen. l Mit Birkenruten peit- schen sich gegenseitig die Finnen an den Osterfeier- tagen aus. Das hat diesmal nichts mit dem Sauna-Kult zu tun, sondern sollen an die Palmwedel erinnern, mit denen Jesus einst in Jerusa- lem willkommen geheißen wurde. l Auf einen kräftigen Zug am Kopf wenn die Kirchen- glocken am Ostersonntag läuten, können sich die Kinder auf den Philippinen einstellen. Es sind die El- tern, die die Kinder am Kopf hochziehen. Die Philippinen glauben nämlich, dass die Kinder dadurch besser wach- sen würden. l Kein Pole bleibt am Ostermontag trocken, da wilde Wasserschlachten ver- anstaltet werden. Die Polen versuchen sich gegenseitig mit allen möglichen Gefäßen von oben bis unten nass zu machen. Der eigentliche Sinn dieser Tradition geht aufs 19. Jahrhundert zurück. Damals waren es nur die Männer, die ihre Auserwählte mit Wasser überschütteten. Blieb eine Frau verschont, so hieß es, bleibe sie für den Rest des Jahres unverheiratet. Mittler- weile dürfen sich auch Frau- en an der feucht fröhlichen Wasserschlacht beteiligen und Männer mit Wasser überschütten. l Wenn bunte Eier über abschüssige Straßen kul- lern, dann ist in England Os- tern. Am Ostersonntag treffen sich die Engländer zu diesem Wettkampf der besonderen Art und lassen ihre bunten Osterreier über Hügel kul- lern. Sieger ist der Besitzer jenes Eies, dass dabei unbe- schadet die weiteste Strecke zurücklegt. Vom Eierpecken bis zur Wasserschlacht l Vor allem im Innviertel treffen sich Freunde und Verwandte an den Oster- feiertagen zum Münzwerfen. Dabei wird das Ei zwischen Zeigefinger und Daumen ge- nommen. Der Gegner wirft eine Münze in das Ei. Wenn die Münze stecken bleibt ge- hört dem Münzenwerfer auch das Ei. l Um einen kleinen Berg aus Salz versammeln sich in Bayern die Mitspieler. In die Mitte dieses Berges wird ein Osterei gelegt. Der Reihe nach nimmt jetzt jeder Spieler mit einem Teelöffel vorsichtig Salz weg. Verloren hat derjeneige, bei wem das Ei als erstes wegkippt. E ierpecken gehört zu Ostern wie der Hase und ist nicht nur ein Spaß für die ganze Familie, sondern auch ein alter Brauch, der beinahe weltweit gepflegt wird. Aber er ist beileibe nicht die einzige Spielart rund ums bunte Osterei. Bild: Albert Moser

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