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16 VOLLMOND 2/2024 REPORTAGE Sammelsurium aus längst vergangenen Zeiten Nix Spotify oder Streamingdienste. Wenn wir individuell Musik hören wollten, mussten wir vorher mühselig Kas- setten bespielen. Und für bewegte Urlaubserinnerungen mussten wir klobige und schwere Videokameras durch die Hitze schleppen. Alle Bilder: Rule W ir drehen am Rad der Zeit und landen in den Jahren, in denen das Fernsehbild noch schwarz-weiß war. Wir Bewohner der Grenz- region zu Bayern wurden von den restlichen Österreichern beneidet, konnten wir doch aus fünf Fernsehprogrammen aus- wählen. Für alle anderen war nur ORF 1 und 2 empfangbar. Sendebeginn war mit dem Kas- perltheater (immer mittwochs) am späteren Nachmittag. Nach dem Sendeschluss meist weit vor Mitternacht wurden wir mit der Bundeshymne und dem Testbild ins Bett geschickt. Moderner war das Radio. Das sendete schon bald rund um die Uhr und unterhielt uns mit den neuesten Hits, die damals einfach nur Schla- ger hießen und meist deutsch gesungen wurden. Erst Ö3 brachte anderen Schwung und wir machten uns auf die Jagd nach den Hitparaden- stürmern, die je- den Sonn- tag zu hören waren und unsere Kasset- tenrekorder zum Glühen brach- ten. Richtig einschalten für eine Aufnahme war eine Kunst, weil Rudi Klausnitzer oder Dieter Dorner immer ins Lied hinein- geredet haben. Entweder am Anfang oder am Ende. Das war ärgerlich, aber wir mussten da- mit leben. Die Tonkassetten gab´s grundsätzlich in zwei Ausführungen. Die

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