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VOLLMOND 2/2024 31 Das Bergdorf war von An- fang an in zwei Hälften ge- teilt. Auf der einen Seite die Minenarbeiter, die schwer schuften und dennoch mit ih- ren Familien in bitterster Ar- mut leben mussten. Auf der anderen Seite die Direktoren, die es sich an nichts fehlen ließen. Ihre Stadtviertel ver- fügten über Strom und brei- ten Straßen. An den Schulen für ihre Kinder durften nur die besten Lehrer unterrich- ten. Bibliotheken und sogar ein Theater ließen auch das kulturelle Leben nicht zu kurz kommen. Bei so viel Prunk und Protzerei wurde dieser Teil Buggerrus bald in ganz Sardinien nur mehr das „klei- ne (petit) Paris“ genannt. B is 1979 wurden über eine Million Tonnen Zink und 200.000 Tonnen Blei abge- baut. Dann wurden die Anla- gen geschlossen und verfallen seither. Sie haben sich inzwi- schen zu den bekanntesten „Lost Places“ in Sardinien entwickelt und sind unüber- sehbar für alle Urlauber, die nach Buggerru kommen. Das Dorf hat heute mit rund 1.000 Einwohner zwar nur mehr ein Fünftel der Größe sei- ner Blütezeit, lockt aber mit einem der schönsten Strände an Sardiniens Westküste. Der eiter im „kleinen Paris“
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