VOLLMOND 2-2025

16 VOLLMOND 2/2025 Die REPORTAGE Conny und die Sonntagsfahrer Bereits als Kind nahm An- drea Ballettunterricht und beglückte Urlaubsgäste in der Pension ihrer Eltern mit Tanzaufführungen. Bei Thea- teraufführungen in der Schule besetzte sie oft die Hauptrol- le. Und in ihrer Freizeit nahm sie Klavierunterricht. „Ich habe drei Geschwister, meine Eltern konnten sich anfangs kein eigenes Klavier für mich leisten. Zum Glück hatten un- sere Nachbarn eines, auf dem ich immer üben durfte. Eines meiner schönsten Weihnach- ten war, als ich nach Jahren ein eigenes Wandpiano be- kam. Es steht immer noch in meinem Elternhaus“, erinnert sich Graf. „Meine Familie, insbesondere meine Eltern, haben mich in meiner künst- lerischen Entwicklung immer unterstützt.“ Unter fremden Sternen Andrea schloss eine Aus- bildung auf der BAKIP ab und arbeitete ein paar Jahre im Kindergarten, bevor sie die Stage School in Hamburg absolvierte. „Meine Oma hat mich während der Ausbildung im stattlichen Alter von 95 Jahren in Hamburg besucht und mir gesagt: „Dein Be- ruf muss dich freuen. Darum geht’s!“ Nach Abschluss der Stage School hat mich diese Aussage oft motiviert, denn der Start ins Berufsleben war nicht leicht. Ich war bereits 26, viele meiner Mitabsol- venten waren deutlich jünger. Mein Partner und ich zogen aufgrund des starken Konkur- renzdrucks nach Köln. Dort spielte ich ein Ein-Personen- Stück für Kinder. Ich reiste mit meinem Volvo von Schule zu Schule, imAuto war meine ganze Bühne drin. Es war eine harte Zeit, in der ich aber sehr viel gelernt habe!“ Peppermint Twist Bei Engagements in Schuh- becks Teatro und zahlreichen weiteren Theater- und Musi- calengagements konnte An- drea verschiedene Facetten zeigen, bevor sie 2017 für die Rolle der „Conny“ bei der ihr bislang unbekannten Band „Conny und die Sonntags- fahrer“ vorsprach. Der Band- name deutet auf die Künst- ler Conny Froboess, Conny Francis, Peter Alexander und Freddy Quinn hin, die Musik- ikonen in den 50er und 60er Jahren waren. Bereits beim ersten Ken- nenlernen von Andrea und den drei deutschen Band- mitgliedern, die sich auf der Bühne „Peter, Alexander und Freddy“ nennen, merkten alle: es passt! Am 1. Januar 2018 war es dann soweit – Andrea wechselte Jeans und T-Shirt gegen Petticoat und Highheels und trat offiziell in die Fußstapfen der „alten“ Conny. Apropos Petticoat: prak- tisch ihre ganze Bühnenklei- dung besteht aus originalen Kleidungsstücken aus den 50er und 60er Jahren. Sie strahlen nicht nur einen be- sonderen Charme aus, son- dern sind auch erstaunlich A ndrea Graf, bei ihren Fans besser bekannt als „Conny“ von der Band „Conny und die Sonntags- fahrer“, ist ein musikalisches Allround-Talent. Gemein- sam mit ihren drei Bandkollegen steht sie auf der Büh- ne und macht Musik der 50er Jahre. Aber wie wurde die Mondseerin eigentlich zur „Conny“? „Conny und die Sonntagsfahrer“ erfreuen sich vor allem in Deutschland großer Bekannt- und Beliebtheit. Bild: Karin Haselsteiner

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