VOLLMOND 2-2025

VOLLMOND 2/2025 17 strapazierfähig. „Eine Runde in der Waschmaschine ist bei den Stoffen kein Problem“, verrät Andrea lachend. Wo sie diese zahlreichen, teilwei- se voluminösen Schätze ver- staut? Der gemeinsame Tour- bus fungiert auch als Kleider- schrank... Musik liegt in der Luft Doch das Leben als Mu- sikerin ist nicht immer nur Glanz und Glamour. Die Pandemie brachte für die Band eine Zwangspause für herkömmliche Konzerte. Al- lerdings spielten Conny und die Sonntagsfahrer im All- gäu bei verschiedenen Senio- renzentren, meist im Freien. „Diese Auftritte sind nicht mit normalen Konzerten ver- gleichbar. Beim Publikum in den Seniorenzentren haben wir richtig gemerkt, wie viel Emotionen wir durch unsere Musik hervorrufen können. Bei manchen Zuschauern hat- ten wir trotz Rollatoren und Pflegebetten das Gefühl, wow – da kehrt gerade das Leben zurück! Da waren echte Gän- sehautmomente dabei.“ Speedy Gonzales Gänsehaut bekam sie auch bei einem anderen Auftritt – allerdings aus gänzlich an- deren Gründen. Bei einem Konzert in der Oberpfalz ver- gaß die Sängerin ihr Bühnen- outfit. Nach vielen Telefona- ten fand sich tatsächlich noch jemand, der in letzter Minute ein „neues“ altes Kostüm in- klusive Nähmaschine vorbei bringen konnte und ihr dieses noch ruck-zuck anpasste. „Si- cher einer der Auftritte, die ich nicht so schnell vergessen werde“, lacht Graf. Gitarren klingen leise durch die Nacht Trotz der steigenden Be- kanntheit der Band sind An- drea Graf Authentizität und Normalität sehr wichtig. Be- sonders viel Wert legt die Künstlerin drauf, „nah am Publikum zu sein“. „Wenn ich bei unseren Konzerten mit Fans ins Gespräch kom- me und diese emotionale Verbindung spüre, merke ich: das bringt etwas. Eher ungewöhnlich bei unserer Fangemeinde ist auch, dass oft mehrere Generationen ge- meinsam unsere Konzerte be- suchen. Es berührt mich sehr, wenn ich sehe, wie Jung und Alt gemeinsam unsere Show genießen und auch mal den Alltag vergessen können.“ Rote Lippen soll man küssen Ihr Leben ist aber nicht nur von der Bühne geprägt. Seit 18 Jahren ist sie mit ihrem Freund, dem Komponisten und Musiker Manfred Wam- bacher, liiert. Diese langjäh- rige Beziehung gibt ihr Halt und erdet sie in der hektischen Welt des Musikgeschäfts. Wir wollen niemals auseinander geh´n Die Musik der 50er und 60er Jahre hat Andrea bereits als Kind gemocht. „Früher moch- te ich nur die Musik. Heute finde ich aber auch die Texte und vor allem die Botschaften davon sehr gut. Was würde in der heutigen, chaotischen und teilweise beängstigen- den Zeit besser passen als der Text von Heidi Brühl: „Sieht man die Menschen sich seh- nen, und sieht ihren Schmerz, ihre Tränen – dann fragt man sich immer nur: Muss das so sein? Immer nur Scheiden und Meiden, und immer nur Warten und Leiden, und hier so wie dort ist ein jeder allein. Schenkt euch immer nur Lie- be, schenkt euch immer Ver- trauen.“ Wir Menschen soll- ten wieder lernen, aufeinan- der zuzugehen und nicht alles, vor allem sich selbst, nicht zu wichtig nehmen.“ Elisabeth Dürnberger Wer Lust bekommen hat, Conny und die Sonntagsfah- rer Live zu erleben, hat am 5. Juni im Kulturzentrum Hall- wang die Gelegenheit dazu. AndreaGraf schlüpfteunter anderemindieRolle einesVampirs. Bild: ONUK Bodenständigkeit ist der Musikerin sehr wichtig. Bild: Wolfgang Freinberger

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