VOLLMOND 2-2026
I m 16. Jahrhundert hieß der Regenwurm noch „reger Wurm“ weil er stän- dig arbeitet und frisst. Mit dem Regen hat der Wurm nichts zu tun. Im Gegen- satz: Regen endet oft töd- lich für den Wurm. Die Vibration des Regens auf dem Boden lockt ihn an die Oberfläche und dort er- wartet ihn zerstörerisches UV-Licht oder eine hung- rige Amsel. Den einen Re- genwurm gibt es eigentlich nicht, denn alleine in Ös- terreich gibt es über 40 Ar- ten und weltweit sogar 3000 Arten. Der häufigste anzu- treffende Regenwurm bei uns ist der Tauwurm (Lumbricus terrestris). Er ist 12 bis 30 Zentimeter lang, hat ein röt- lich gefärbtes Vorderende und einen blassen Hinterteil. Der Tauwurm lebt in Wiesen, Gärten und Obstanlagen, dort gräbt er bis zu drei Meter tie- fe Gänge und durchwühlt den Boden intensiv. Der Regenwurm gräbt, kompostiert altes Laub und düngt mit seinem nährstoffrei- chen Kot den Garten. Durch sein stetiges Graben belüftet er den Boden und schichtet Nährstoffe von unten nach oben. Wegen der vielen Re- genwurmgänge bildet sich keine Staunässe und Pflanzen- wurzeln und wichtige Boden- organismen haben es in einem lockeren Boden leichter. Ein Regenwurm frisst pro Tag ungefähr die Hälfte seines Eigengewichtes und zieht in einer Nacht bis zu 20 Blätter in seine Wohnröhre. Aus einem in der Mitte durchgetrennten Regenwurm werden nicht zwei, sondern es überlebt nur das Vorderen- de mit den lebenswichtigen Organen. Durchschnittlich leben in einem Quadratmeter Boden 100 Regenwürmer. Sie lieben feuchte, lockere Böden und der pH-Wert darf nicht nied- riger als 3,5 sein. Die ideale Temperatur ist zwischen 10 und 15 Grad, deshalb sind die Tiere auch im Frühling und Herbst am aktivsten. NATUR im Mondseeland Der Regenwurm Bild: Albert Moser
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