VOLLMOND 2-2026
PANOPTIKUM 38 VOLLMOND 2/2026 FUNDSTÜCK Kleine Dinge, von denen wir oft gar nicht wissen, dass wir sie noch haben N och bevor es ab 1986 Lotto in Österreich gab, waren mein Opa und seine Freun- de begeisterte Lottospieler. Das Ausfüllen der Scheine war eine Zeremonie und manchmal durften auch wir Kinder Zahlen nennen, die dann gespielt wurden. Zum Aufgeben der Scheine fuhr jede Woche abwechselnd einer der Spieler nach Simbach. Denn Deutschland lag schon längst im Lottofieber, während es in Österreich nur Toto gab. Auch das spielten Opa und seine Freunde. Beim Toto mussten anfangs der 1980er Jah- re einmal in der Woche Fußballergebnisse von zwölf Spielen erraten werden. Klingt relativ einfach, war es aber nicht, weil das runde Le- der stets für Überraschungen sorgte und aus- gerechnet so mancher Favorit umgefallen ist, wenn du geglaubt hast, dass der in dieser Run- de sowieso „eine sichere Bank“ wäre. Dementsprechend heftig haben Opa und Schütteln und gewinnen seine Freunde beimAusfüllen der Toto-Schei- ne diskutiert. Und wenn sie einmal gar nicht mehr weiter wussten, haben sie den kleinen „Schütteln und gewinnen“ zur Hand genom- men und um Rat gefragt. Dieses kleine Hel- ferlein wurde von der Toto-Gesellschaft nur an besonders treue und eifrige Spieler aus- gegeben und wer so eine Tipphilfe bekam, durfte sich wirklich glücklich schätzen. „Schütteln und gewinnen“ ist ein klei- ner Plastikkasten mit acht Spielsteinen auf denen die Nummer 1 (Sieg der Heim- mannschaft) aufdruckt ist. Dazu kommen fünf Steine mit 2 (Sieg der Gäste) und fünf Steine mit X (Unentschieden). Nach dem Schütteln wird der kleine Helfer aufge- stellt. Die Spielsteine fallen durch einen kleinen Schlitz nach unten und sagen so die Ergebnisse der zwölf Spiele voraus. Rupert Lenzenweger Ein Bild aus vergangenen Tagen Rund siebzig Jahre ist diese Ansichts- karte alt, mit der Ostergrüße aus Mondsee in die ganze Welt verschickt werden konnten. In den Fünfziger- jahren erfreuten sich solche farbi- gen Karten großer Beliebtheit und sie wurden für viele Anlässe herge- stellt, weil es damals auch noch üb- lich war, Grüße per Ansichtskarten zu verschicken. Erhalten haben wir dieses entzückende Bild von Franz Wendl.
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