VOLLMOND 3-2018
Aktuelles aus dem Mondseeland 13 Juni 2018 I ch sage: „kegeln.“ Was fällt Ihnen dazu ein? Vielleicht Sau, oder Kranzl, oder alle Neune? Vielleicht werden auch Erinnerungen wach. An Jugendfreunde, mit denen man an so manchen Freitag Abenden um ein Bier gekegelt hat. Unter demMotto: Der erste Wandler zahlt. Der dritten Sau müssen die anderen die Zeche bezahlen oder wenn der erste Kegel fällt, ist die nächste Runde fällig. Wenn ich zu Karl Pöllmann „kegeln“ sage, dann fällt dem etwas anderes ein. Er erzählt von Landes- und Staatsmeister- titeln, von glänzenden Medail- len bei Europameisterschaften und schier unzähligen Siegen bei internationalen Turnieren. Karl Pöllmann ist Obmann der Mondseer Kegler und die zählen in der Breitensportab- teilung zu den Besten in ganz Österreich. Und sie feiern in diesem Jahr den 40-jährigen Bestand ihres Vereines und da kämen ein paar Medaillen bei einer Europameisterschaft ge- rade recht. Tatsächlich besteht dazu die Möglichkeit schon am kommenden Wochenende, weil da sind die Mondseer mit Karl Pöllmann, Sepp Eppen- schwandnter, Hannes Haas- mann, Friedl Vilsecker und Pa- trick Falkensteiner bei der Eu- ropameisterschaft in Freiburg im Einsatz. Und jedes Ergebnis ist möglich. Für die Mondseer sind Euro- pameisterschaften längst kein Neuland mehr. 2015, beispiels- weise, wurde Karl Pöllmann Zweiter. 2017 stellte Sepp Eppenschwandtner mit 525 Kegeln bei 100 Schub einen neuen EM-Rekord auf und erst vor wenigen Tagen hat sich Ep- penschwandtner einen zweiten Platz bei den Staatsmeister- schaften in seiner Altersklasse abgeholt. Das ist jetzt nur ein ganz kurzer Auszug aus der jüngsten Erfolgsbilanz. Alle Spitzenplatzierungen aufzu- zählen, das würde jeden Rah- men sprengen. Mit der Wirtshausgaudi, an die unsereiner beim Ke- geln denkt, hat das, was die Mondseer tun, kaum etwas zu tun. Und trotzdem lassen sich Parallelen finden. Etwa die neun Kegeln am Ende der 20 Meter langen Bahn, die mit einer mindestens 16 Zen- timeter großen und 2,8 Kilo schweren Kugel umgeworfen werden müssen. Aber auch der gemeinsame Spass am Spiel, der auch bei den Wettkämp- fen nicht verloren gehen darf. „Trotz sportlichen Ehrgeizes und Wettkampfstress bleiben wir eine lustige Truppe“, sagt Vereinsobmann Karl Pöllmann. Und kommt gleich auf das Mondseeland-Turnier zu spre- chen, das alljährlich im März organisiert wird. Da haben alle Interessierten einmal die Mög- lichkeit, sich als Kegler zu ver- suchen. Da machen viele Ver- eins- und Firmenmannschaften (jeweils drei Leute) mit und so mancher entdeckt sein Talent für diesen Sport. Und Nach- wuchs können die Mondseer Kegler ohnedies gebrauchen. Derzeit spielen 15 Herren und sieben Damen bei den Mondseern, die ihre Heimbah- nen im Hotel „weiße Taube“ haben und dort jeden ersten Donnerstag im Monat auch um die Vereinsmeisterschaft spielen. Wenn dabei einer nach 100 Schub eine Schnapszahl erreicht, dann kann es schon vorkommen, dass er die nächs- te Runde bezahlen muss. Und das kommt mir jetzt wieder ziemlich bekommt vor ... Rupert Lenzenweger Die Mondseer Kegler Georg Kerschbaumer, Johann Szarzinsky, Gerti Hinterkörner, Hannes Haasmann, Annemarie Gierl und Karl Pöll- mann. Vorne: Herbert Pilz und Sepp Eppenschwandtner Seit 40 Jahren alle Neune
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