VOLLMOND 3-2018

9 Nachgehakt E ntsteht rund um den Mondsee und den Irrsee der vierte Naturpark in Oberösterreich? Auch über die- se Frage wurde beim neunten Mondseelandtag der Landwirtschaft diskutiert. Für die Landtagsabgeordne- te Michaela Langer-Weninger hat die Idee eines Naturparks durchaus reizvolles. So ein Park würde zu einer stärke- ren Bewusstseinsbildung über die regionale Landwirtschaft beitragen und die Kulturland- schaft erhalten. Allerdings dürften durch einen Naturpark den Bauern keine zusätzlichen Auflagen gemacht werden. „Es soll jeder Grundbesitzer selbst entscheiden können, ob er dem Naturpark beitreten will, oder nicht“, stellt Michaela Langer- Weninger fest. Drei derartige Naturparks gibt es in Oberös- terreich schon: Attersee-Traun- see, Mühlviertel und das Obst- Hügel-Land in den Gemeinden Scharten und St. Marienkirchen an der Polsenz. Der Einfallsreichtum und die Kreativität der Bauern im Mondseeland waren weitere Schwerpunkte beim Tag der Landwirtschaft. Sie sichern nicht nur Zusatzeinkommen sondern stellen den Hof auch auf mehrere Standbeine. Bei- spiele dafür sind die Familien Handl und Widlroither in Tief- graben. Die Handls sind mit ihren Ziegenmilchprodukten nicht nur auf dem Mondseer Bauernmarkt zu finden, son- dern beliefern damit auch 13 Geschäfte in der Region. Die Familie Widlroither setzt auf Bio-Weideochsen und erwei- tert im Sommer ihr Angebot „Schule am Bauernhof“. Neben Betriebsbesichtigun- gen war der Bauernhof in seiner Form als Lebensmittelpunkt ein weiteres zentrales Thema des Tages. So dienen die Höfe nicht nur den bäuerlichen Familien als Lebensgrundlage, sondern stellen für die ganze Gesell- schaft eine enorme Bedeutung dar. „Alleine im Mondseeland arbeiten mehr als 500 bäuerli- che Familien. Sie erhalten und gestalten unsere Landschaft und erzeugen hochwertige regi- onale Lebensmittel“, zeigt sich Langer-Weninger überzeugt. Sie will mit ihrer Initiative „Botschaft für die bäuerliche Welt“ ein starkes Miteinander von Bauern und Konsumen- ten fördern und die bäuerliche Lebenswelt im Mondseeland künftig noch mehr in den Mit- telpunkt rücken. Auch Bezirksbäuerin Elfrie- de Schachinger schlägt in die- selbe Kerbe und sieht vor allem die Arbeit der Bäuerinnen als unverzichtbar an: „Gerade im Bereich der regionalen Lebens- mittel, bei der Bewusstseinsbil- dung schon ab dem Kindergar- ten und im Bereich der Pflege leisten Bäuerinnen Großarti- ges. Nebenbei halten unsere Bäuerinnen aber auch noch das Brauchtum hoch. Viele Veran- staltungen gäbe es ohne sie gar nicht.“ Die beiden Ehrengäste am Mondseelandtag Bezirksbäuerin Elfriede Schachinger und Bundesbäuerin ÖR Andrea Schwarz- mann mit Organisatorin LAbg. Michaela Langer-Weninger (Mitte) mit Teilnehmer des Mondseelandtages der Landwirtschaft am Hof der Familie Graspointner in Oberwang. Bild: Thomas Großruck Wird die Mondsee-Irrsee-Region der vierte Naturpark des Landes? Beim neuen Mondseelandtag der Landwirtschaft wurde darüber diskutiert

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