VOLLMOND 4-2021
SCHÜLER als Reporter 30 VOLLMOND 4/2021 Im Schuljahr 2019/20 star- teten wir mit dem einzigarti- gen Projekt „Kinder zur Zeit der Pfahlbauten“. Unsere Klassenlehrerin Barbara Baresch ermöglichte uns mit Helena Seidl da Fonseca vom Kuratorium Pfahlbauten in Wien spannende Einblicke in die Pfahlbauzeit. Am 7. November 2019 durf- ten wir im Workshop „Das Welterbe vor unserer Haus- tür“ originale Funde aus dem Mondsee angreifen. Außer- dem probierten wir nachge- baute Hüte, Umhänge und sogar Schuhe. Weil uns die Kleidung der Pfahlbaukin- der so gut gefiel, bestickten wir im Werkunterricht eifrig Juteumhänge und bastelten uns Hüte aus Papier. Im Fa- sching 2020 marschierten wir verkleidet als Pfahlbauvolk durch unseren Ort. Im Workshop „Feuer ma- chen“ bemühten wir uns, mit Pyrit und Feuerstein ein Feu- er zu entfachen, doch das war sehr schwierig. Wir schafften, wenn überhaupt, nur klitze- kleine Funken. Wir durften sogar einen Feuerbohrer aus- probieren. Einige mussten sich die Ohren zuhalten, weil er so quietschte. Danach lernten wir von der Musikarchäologin Bea- te Pomberger, wie die Men- schen früher Musik erzeug- ten. Wir durften nachgebaute prähistorische Instrumente ausprobieren. Das war sehr spannend. Besonders gefiel uns, dass wir fünf einfache Instrumente einen ganzen Vormittag lang nachbauten: Panflöte, Rassel, Trommel, Schrapper und Schwirrblatt. Bei diesem Workshop mach- ten wir sogar eine archäo- logische Entdeckung: Ein Schwirrblatt klingt besser, wenn man das Loch für die Schnur nicht mittig, sondern leicht seitlich bohrt. Mit un- seren Instrumenten kompo- nierten wir ein rhythmisches Pfahlbau-Musikstück, das am Welterbetag (18. April 2021) im PfahlbauTV zu sehen war. Am 1. Oktober 2020 be- suchten wir die Archäologen beim Monitoring des Pfahl- baudorfes Mooswinkel, das in unserer Gemeinde liegt. Cyrill zeigte uns die Tauch- ausrüstung und erklärte uns, wie man unter Wasser arbei- tet. Mit einem Taucherhand- schuh, einem Bleistift und einem Blatt Baustellenpapier schrieben auch wir unter Wasser in einem Schaff. Als besonderes Highlight durften wir an der Schlämmstation bei Fiona den abgetragenen Boden aus dem See nach Pfahlbauresten untersuchen. Ziegenbemmerl als Zeitzeugen und wie ein Schwirrblatt besser klingt Zwei Schuljahre lang drehten die Volksschüler aus Loibichl das Rad der Zeit 6.000 Jahre zurück. Was sie jetzt alles über ihre Vorfahren in den Pfahlbauten wissen, erzählen uns die Mädel und Burschen der vierten Schulstufe auf diesen Seiten. Kleine Steinzeitforscher mit großer Begeisterung.
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