VOLLMOND 5-2019
Oktober 2019 KULTUR AUS DEM MONDSEELAND Most Musik. Das Thalgauer Festival wurde seinem Namen gerecht und der Bogen spannte sich von den erstaunlich wandlungsfähigen Tschejefem (links) über die Chorifeen bis hin zu GrenzWertig. Bilder: Rule 30. Bildungswoche, drei Bürgermeister und ein Bildungswerklei- ter. Von hinten links: Martin Greisberger, Herbert Winkler, Bern- hard Iglhauser und Johann Grubinger. D er Name des Trios ist unaussprechlich. Dafür ist ihre Musik umso einprägsamer und von einer unglaublichen Vielfalt, bei der jeder auf seine Rech- nung kommt. So blieb auch dem Thalgauer Publi- kum gar nichts anderes übrig, als die drei jungen Leute nach ihremAuftritt beimMostMUSIKFESTi- val mit Standing Ovations zu feiern. Tschejefem: Unaussprechliches Trio machte hinreißende Musik Was war geschehen? „Tschje- fem“ haben die Zuhörer vom ersten Takt weg in Verzückung versetzt. Die drei jungen Musi- ker haben die Genres so schnell gewechselt wie ihre Instrumente und die Stimmlagen, sind bei- nahe nahtlos vom Jodler in den Schlager geglitten und haben mit jazzigen Nummern eben- so begeistert wie mit stilvol- ler Volksmusik. „Tschejefem“ das sind Johanna Dumfahrt als hinreißende Bandleaderin und außergewöhnliche Sängerin, ihr Bruder Michael als hervor- ragender Hans Moser-Imita- tor und Fabian Steindl, dem es gelingt, aus seiner Zither ein ganzes Orchester erklingen zu lassen. Zu Gast in Thalgau waren die „Tschejefem“ auf Einla- dung der Gruppe „GrenzWer- tig“, deren Bandleader Bern- hard Grubinger gemeinsam mit Bildungswerkleiter Bernhard Iglhauser zum zweiten Mal zum MostMUSIKFESTival geladen hat. Stets ein Abend voll mit schräger Volksmusik, mit ungewöhnlichen Klängen und außergewöhnlichen Musi- kern, die so ihre ganz eigenen Vorstellungen haben und mu- sikalische Grenzen auf höchst reizvolle Art ineinander ver- wachsen lassen. Und plötzlich wird dir als Zuhörer klar, dass der Jodler durchaus auch in der Jazzmusik seinen Platz hat und einer Ziehharmonika auch Tö- ne entlockt werden können, die nach alles anderem als Volks- musik und Seemannsgarn klin- gen. Erfrischendes Tüpfelchen auf dem I waren die Chori- feen als dritte Gruppe auf der Bühne, die beim gemeinsamen Part mit GrenzWertig ebenfalls bewiesen haben, dass es auch ihnen ein Leichtes ist, aus den Haferlschuhen der Volksmu- sik zu schlüpfen um in andere musikalische Welten zu schlen- dern. Ganz in der ersten Zuhörer- reihe saß Bernhard Iglhauser und genoss sichtlich jeden Takt. Iglhauser ist nicht nur ein gro- ßer Musikliebhaber, sondern auch Erfinder des Wartenfelser Goldbrünnleins, bei dem sich seit Jahrzehnten die größten Folk-Rock-Musiker quasi die Klinke in die Hand geben. Was zum nächsten Mal am 15. No- vember der Fall sein wird. Da ist dann die US-Folkrock-Band „Water & Sand“ in Thalgau zu Gast und beschließt mit ihrem Konzert nicht nur die heurigen Bildungswoche, sondern gelei- tet Bernhard Iglhauser auch in den Ruhestand nach 22 Jahren als Bildungswerkleiter. Rupert Lenzenweger
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