Vollmond 5-24

VOLLMOND 5/2024 41 ZEITVERTREIB Die toten Engel vom Montmartre D ass Engel nicht immer himmlische Wesen sein müssen, sondern durchaus auch auf Erden ins Stolpern kommen können, muss die französische Kommissarin Genevieve Morel zur Kenntnis nehmen. Genevieve ermittelt im Pariser Stadtteil Montmartre und be- kommt es bei ihrem zweiten Fall mit besonders brutalen Frauenmorden zu tun. Zunächst wird eine Tänzerin des Moulin Rouge ermordet und in einem Engelskostüm an den Flügel einer Windmühle gehängt. Als dann kurz danach auch eine ermordete Opernsängerin in einem Engelskostüm gefunden wird ist schnell klar, dass beide Fälle eng miteinander zu tun haben. Für die Kommissarin und ihre Assistentin Lunette beginnt eine aufreibende Jagd nach den Mördern, bei der den beiden sogar von hohen Ministeriumsstellen Prügel zwischen die Beine geworfen werden. Für den Leser hingegen beginnt ein höchst vergnügliches Lesevergnügen, bei dem es nicht nur um kriminalistische Aufklärungsarbeit geht. Die Reise führt auch hinter die Bühne des Moulin Rouge, wo Assistentin Lunette schnell ihre Leidenschaft für das Vari- eté entdeckt und sich von dieser Glitzerwelt verzaubern lässt. Genevieve Morel hingegen muss sich wieder einmal mit ihrer Oma herumschlagen, die so wie der Rest der Familie im kriminellen Milieu aktiv ist und mit Kunstdiebstählen ein riesiges Vermögen ange- häuft hat. Rupert Lenzenweger n Die toten Engel vom Montmartre. René Lafitte, Gmeiner-Verlag, 326 Seiten, Taschenbuch, ISBN 978-3.8392-0689-8, € 16,50. Ein treuer Begleiter durchs ganze Jahr I ch kann jetzt mit Fug und Recht behaupten: Der Salzburger Bauernkalender begleitet mich seit Generationen. Schon für meine Großmutter war dieser Kalender ein treuer Begleiter. Hier hat die Oma die Geburtstage der ganzen Familienmitglieder notiert. Sie hat nach dem Mondkalender gewa- schen und Gemüse gepflanzt und uns Kindern hat sie unermüdlich die Geschichten und Wundertaten der Heiligen erzählt, die auf jedem Kalenderblatt passend zum Monat abgebildet sind. 92 Jahre ist der Salzburger Bauernkalender jetzt alt. Und so wie bei meiner Großmutter liegt er auch bei mir das ganze Jahr griffbereit. Und ja, auch ich trage noch die Geburtstage der Familienmitglie- der in das Kalendarium ein. Den Mondkalender allerdings vernach- lässige ich etwas, dafür lese ich stets die Bauernregeln und halte Ausschau nach den Lostagen. Seit einigen Jahren ist der Salz- burger Bauernkalender zwei- geteilt. Soll heißen: Man kann von vorne aber auch von hinten zu blättern beginnen. Wobei ich jetzt nicht klar sagen kann, wo vorne oder hinten ist. Das kommt auf die Einstellung an. Wer´s gerne traditionell hat, beginnt mit dem Kalendarium, das sich seit Jahrzehnten unverändert präsentiert. Wer Lesestoff sucht, dreht den Kalender um und findet hier viele interessante Ge- schichten die vom Landleben, der Natur oder den Traditionen in unserem Land handeln. Kurzum: Der Bauernkalender ist ein treuer Begleiter, den ich gerne immer wieder zur Hand nehme und in dem ich gemeinsam mit meinen Enkerln blätte- re und ihnen dabei so ganz nebenbei die eine oder an- dere Lebensgeschichte eines Heiligen erzähle, die auf jedem Kalenderblatt passend zum Monat abgebildet sind. Und damit schließt sich der Kreis. Rupert Lenzenweger n Salzburger Bauernkalender 2025. Editiert von Beatrix Binder, Verlag Anton Pustet. 128 und 64 Seiten, je nachdem aus welcher Richtung Sie zu blättern beginnen. ISBN 9-783702-511302, € 15,-.

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