VOLLMOND 5-2025

E s soll gar nicht so wenige Dänen geben, für die nach wie vor die Welt in Gre- nen, zwei Kilometer nördlich der Kleinstadt Skargen, zu Ende ist. Mag diese Behauptung auch nicht allzu ernst gemeint sein, so steckt doch ein Körnchen Wahr- heit dahinter. Weil Mitteleuropa endet tatsächlich an diesem Punkt, an dem die bei- den Meere Skagerak (Nordsee) und Kattegat (Ostsee) aufeinander treffen. A n so manchen Tagen ist das auch deutlich sichtbar, wenn sich die Wellen der beiden Meere gegenseitig aufschaukeln. Dieses Naturereignis ist längst auch zu einer Touristenattraktion geworden und jährlich spaziert rund eine Million Men- schen bis an die letzte Spitze dieser rund drei Kilometer langen Düne zwischen den zwei Meeren. Wer nicht mehr ganz so gut zu Fuß ist, für den steht der „Sand- ormen“ bereit. Ein Traktor mit einem zugähnlichen Waggon. Und Grenen ist ein faszinierendes Ziel. Sand und Kies werden laufend von den starken Strömungen transportiert und so ist in den vergangenen 100 Jahren der Deich um rund einen Kilometer länger geworden. Die große Strandfläche am äußersten Ende von Grenen ist ständig in Bewegung und bildet regelmäßig Lagu- nenseen. D ie Landschaft um Grenen ist aber auch ein Naturschutzgebiet und be- herbergt eine reiche Tierwelt: Robben sonnen sich inmitten der Touristenströme am Strand und die Gegend ist der Ort in Dänemark, an dem die meisten Vogelar- ten beobachtet werden können. Rupert Lenzenweger Naturgewalten am Ende Mitteleuropas Auch Robben wissen diese wilde Natur zu schätzen (linkes Bild). Wer nicht ganz so gut zu Fuß ist, kann mit dem Sandormen ans Ende der Dünen fahren (Mitte). Wer es bis an die Nordspitze Mitteleuropas geschafft hat, braucht natürlich ein Erinnerungsfoto. FAHRTWIND Bilder: Rule VOLLMOND 5/2025 35

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