VOLLMOND 6-2019

Dezember Von Christina BURDA G roße Aufregung herrschte im Herbst in Unterach und weit über die Gemeinde- grenzen hinaus, als Pläne für ein größeres Tourismusprojekt bekannt wurden. Auch bei einer Bürgerversammlung im Pfarrsaal wurden Fragen zum Projekt durch- aus emotional diskutiert. Der VOLLMOND hat noch einmal nachgefragt und bat Bürgermeister Georg Baumann (ÖVP) und Gemeinderat En- gelbert Gnigler (SPÖ) zum Ge- spräch. Zunächst zur Chronologie der Ereignisse: Im Jahr 2014 kaufte die Immobilienfirma Seidl die Liegenschaft des Goldenen Ankers, das daneben stehende „Mandlbauernhaus“ samt Bootshaus und das da- hinter stehende „Zach-Haus“ mit dem Ziel, ein „gemisch- tes“ neues Hotel mit Gasthof und Privatwohnungen zu er- richten. Das Projekt wurde zur Bauverhandlung eingereicht und durch Einsprüche von be- troffenen Gemeindebürgern in einen jahrelangen Rechtsstreit verwickelt. In diesem Zusammenhang erkannten die Gerichte auch, dass die sogenannte Übertra- gungsverordnung (siehe Kas- ten links) des Landes Oberös- terreich rechtlich mangelhaft war, diese wurde daraufhin auch verbessert. Mittlerweile gibt es für die beiden Grundstücke und das geplante Projekt einen rechts- kräftigen Baubescheid. Da auch Privatwohnungen im „ge- mischten“ Hotel möglich wä- ren, erhöht das den Preis des Areals. Zwischenzeitlich ergab sich durch den Konkurs des Hotels Georgshof im Jahr 2018 die Möglichkeit für die Immobi- lienfirma Seidl, das Areal des Georgshof oberhalb des Orts- zentrums ebenso zu kaufen. Auch ein angrenzendes Grund- stück, der sogenannte „Zöbl- Grund“ wurde erworben. Sowohl die Immobilien- gruppe Seidl als auch die ÖVP Fraktion im Gemeinde- rat äußerten danach Interesse, die Grundstücke am Seeufer („Anker“-Gründe) zu verkau- fen bzw. anzukaufen. Die Seidl-Group bot der Gemeinde zuerst an, nur das Kernareal „Anker“ um 3,6 Mil- lionen zu verkaufen. Für den Gemeindevorstand in Unterach war dies keine Option, da bei diesem Angebot das sogenann- te „Mandlbauernhaus“ mit sei- nem Bootshaus und das „Zach“ Grundstück nicht dabei waren und damit für die Öffentlich- keit kein durchgehendes Areal in der Uferzone geschaffen werden könnte. Es gab verschiedene Dis- kussionen, wie der Grund- kauf optimiert werden könn- te – ursprünglich wollte die Seidl-Group ja das Zach-Haus behalten, dort Privatwohnun- gen errichten und sich beim „Mandlbauernhaus“ einen See- Zugang bewahren. Schließlich gab es ein „all in“ Angebot der Seidl-Group von 6 Millionen Euro für das gesamte Areal am See. Nach langen Verhandlungen einig- te man sich auf die Variante, die Liegenschaft „Anker“, „Mandlbauernhaus“ sowie „Zach“ um nunmehr 4,6 Mil- lionen zu kaufen. Das Land Oberösterreich ist bei diesem Preis bereit, den Kauf finanziell zu unterstützen, wenn der vordere Uferbereich Mono poly kann einpacken – reale Durch eine Übertragungs- verordnung kann eine Ge- meinde die sonst geltende „Baubehörde erster Ins- tanz“ an die Bezirkshaupt- mannschaft abtreten, wenn etwa ein Verfahren durch das Zusammenwirken von vielen unterschiedlichen Behördenstellen (Gewer- berecht, Wasserrecht etc.) sehr komplex wird. Bootshütten am See – Es besteht die Vorgabe der Na- turschutzbehörde, dass kei- ne neuen Bootshütten er- richtet werden dürfen, nur dort, wo es schon welche gab bzw. zumAusgleich für den Abriss alter an neuen Stellen. Damit gibt es die Immobilienvariante, eine Option auf eine Bootshütte zu haben. NACHGEHAKT Das sogenannte Ankergrundstück (Bild links) und der Naturbadeplatz (Bild Mitte) sollen weiterhin für die Öffentlichkeit zugänglich bleiben.

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