VOLLMOND 6-2019

r 2019 9 der Öffentlichkeit zugänglich bleibt. Der Kaufvertrag wurde im Gemeinderat mit den Stimmen der ÖVP-Fraktion am 26. Sep- tember beschlossen und liegt derzeit zur Prüfung beim Land Oberösterreich. Bürgermeister Georg Bau- mann hatte zu Beginn der Bür- gerversammlung betont, wie sehr ihm persönlich und seiner Fraktion wichtig wäre, an so prominenter Stelle keine teuren Privatwohnungen zu ermögli- chen. Mit dem Kauf des Areals „Anker & Co“ kann der schon gültige Baubescheid für die- se Wohnungen nun verhindert werden. Für Gemeinderat Gnigler steht fest, dass man aus dem Projekt „Anker“ gelernt hat und auch Bürgermeister Bau- mann meint zur Frage, ob die Übertragungsverordnung mög- licherweise zurückgenommen wird, dass man auf jeden Fall sehr genau hinsehen müsste, wie ein weiteres großes Projekt angegangen wird. Das große Projekt, das nun auf der Tagesordnung steht, betrifft das Areal um den „Georgshof“ und den angren- zenden „Zöbl-Grund“. Hier plant die Seidl-Group ein sehr ambitioniertes Hotelprojekt. Die beiden großen Fraktionen im Unteracher Gemeinderat sind sich einig, dass dies eine bedeutende Investition für Un- terach wäre. Es gibt erste Entwürfe, die schon öffentlich vorgestellt wurden, aber noch keine end- gültigen Bauanträge. Georg Baumann: „Das Projekt ist letztlich eine betriebliche An- lage im touristischen Bereich, derzeit geht es noch um Ent- würfe. Wir haben über einen Baulandsicherungsvertrag den Schlüssel fest in der Hand. Erst wenn das Projekt für Unterach passt und alle Bedingungen er- füllt sind, werden wir der Um- widmung der Flächen in Tou- rismusflächen zustimmen und erst wenn das Hotel in Betrieb geht, gibt es das vereinbarte Stück Badeplatz zur Pacht.“ Womit der aktuelleAufschrei in der Öffentlichkeit an der Reihe ist: vom relativ neuen „Naturbadeplatz“, den die Ge- meinde Unterach 2016 nach ei- ner Bürgerbefragung von einer Privatfamilie um 1,6 Millionen Euro mit Unterstützung des Landes Oberösterreich gekauft hat, möchte die Seidl Group einen kleinen Teil (ca. 2000 Quadratmeter) ganz im Westen für ihr großes Hotelprojekt am Areal „Georgshof“ pachten. Der Naturbadeplatz liegt direkt angrenzend an den öffentlichen Badeplatz des Landes und hat auch eine Bootshütte. Die Bootshütte am Natur- badeplatz soll von der Seidl Group abgetragen und an einer anderen Stelle am Attersee neu errichtet werden. Als Ausgleich dazu zahlt die Seidl Group für das Pachtgrundstück 20 Euro pro Jahr und Quadratmeter an Pacht an die Gemeinde. Vor- aussetzung ist das Zustande- kommen des Hotelprojektes. In vielen Bereichen sind sich die Fraktionen im Gemeinde- rat einig, ihre Positionen zu- sammengefasst zeigen auch die strittigen Punkte: SPÖ: Hinsichtlich des zu verpachtenden Badeplatzes muss sich die Gemeinde sicher etwas überlegen, um so einer großen Investition entgegen zu kommen, doch die Bedin- gungen müssen stimmen. Die bisher diskutierten 10 Euro Jahrespacht waren da sicher zu wenig. Das Überlassen der Bootshütte als „Option“ ist nicht erwünscht, da diese einen großen, reellen Wert darstellt. ÖVP: Es gibt bezüglich der Übergabe dieses Teils des Ba- Immobilienverwirrungen amAttersee deplatzes klare Bedingungen im Baulandsicherungsvertrag. Erst wenn das Hotel in Betrieb geht, wird der Pachtvertrag für den Badeplatz unterschrieben. Bezüglich der Pacht gibt es eine neue Summe, die sich an ortsüblichen Beträgen orien- tiert. Damit sind Pachteinnah- men von ca. 40.000 Euro jähr- lich möglich. Die Bootshütten- option soll an die Seidl-Group gehen, aber die Errichtung erfolgt nicht am Badeplatz für das künftige Hotel, sondern an einem anderen Seegrundstück am Attersee. Bis tatsächlich das Hotel der Extraklasse in Unterach gebaut werden kann, wird vermutlich noch einiges Wasser die Seea- che runter rinnen. Dass durch die öffentliche Diskussion vie- le vormals verhärtete Positio- nen verändert wurden, scheint wichtig. Arbeitsplätze und Fortschritt für kleine Gemein- den sind nicht leicht zu finden, der Tourismus ist ein sensibler Faktor in der Region. Das Are- al „Anker“ im Ortszentrum am See gelegen kehrt jedenfalls vorbehaltlich Zustimmung des Landes in den Besitz der Ge- meinde Unterach zurück und bietet einen neuen öffentlichen Seezugang. Das ehemalige Hotel Georgshof oberhalb des Ortszentrums soll einem modernen internationalen Hotel Platz machen. Die Bootshütte auf dem rechten Bild soll abgesrissen und an einem anderen Platz wieder errichtet werden. Alle Bilder: Miriam Burda

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