{"id":1776,"date":"2019-03-22T06:00:01","date_gmt":"2019-03-22T05:00:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.verlag-doppelpunkt.at\/flachgauTV\/?p=1776"},"modified":"2019-03-21T15:15:06","modified_gmt":"2019-03-21T14:15:06","slug":"ein-buergermeister-spricht-klartext","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.verlag-doppelpunkt.at\/flachgauTV\/ein-buergermeister-spricht-klartext\/","title":{"rendered":"Ein B\u00fcrgermeister spricht Klartext"},"content":{"rendered":"\n<p>Eugendorfs B\u00fcrgermeister Johann Strasser ist bekannt daf\u00fcr, dass er sich kein Blatt vor den Mund nimmt. Jetzt rechnet er in einem offenen Brief mit den Lobbyisten der 380 KV-Freileitung ab und verschont auch die Landespolitiker nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Seit mehr als 20 Jahren bin ich mit dem\nThema 380-kV-Leitung konfrontiert. Bevor ich meine Bedenken dagegen\nvorbringen m\u00f6chte, darf ich vorausschicken, dass meine Mitstreiter\nund ich nie gegen die Ringleitung an sich, wohl aber gegen eine\ndurchgehende Freileitung sind und waren.<\/p>\n\n\n\n<p>In der zur\u00fcckliegenden Zeit hat sich\ndie Technik in der Mobilit\u00e4t, der Telekommunikation, der\nLandwirtschaft, im Wohnbau usw. st\u00e4ndig und massiv ver\u00e4ndert. Nur\nim Bereich der Strom\u00fcbertragung von A nach B hat sich buchst\u00e4blich\nnichts ver\u00e4ndert (oder ver\u00e4ndern d\u00fcrfen).<\/p>\n\n\n\n<p>Mit der nunmehr erfolgten positiven\nErkenntnis des Bundesverwaltungsgerichts zum UVP-Verfahren f\u00fcr eine\nkomplett oberirdisch gef\u00fchrte 380-kV-Leitung aber sehen wir\nendg\u00fcltig, wohin die Reise in Hinkunft gehen wird, will doch unsere\naktuelle Regierung die Interessen der Wirtschaft als Staatsziel sogar\nin die Verfassung schreiben. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Das hei\u00dft, dass ab der erfolgten\nVerfassungs\u00e4nderung die Interessen der sogenannten Wirtschaft\njedenfalls \u00fcber Einzelinteressen, aber auch die letztendlich alle\nbetreffenden Umweltinteressen zu stellen sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Schon jetzt aber scheint in \u00d6sterreich\nder Verbund, gemeinsam mit der APG (Austrian Power Grid) und der\n(Bau)Wirtschaft, der Industriellenvereinigung und einer ohnm\u00e4chtigen,\ndem Verbund h\u00f6rigen Politik, den zul\u00e4ssigen Stand der Technik zu\nbestimmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Und das Bundesverwaltungsgericht\nscheint hier, wie wir es ja auch bei der j\u00fcngst revidierten\nEntscheidung zu Gunsten einer dritten Startbahn in Schwechat sehen,\nzum willf\u00e4hrigen Erfolgsgehilfen von Wirtschaft und Regierung zu\nwerden. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Ebenso einige Medien! Wie sonst k\u00f6nnte\nin der gr\u00f6\u00dften Salzburger Tageszeitung am 19. M\u00e4rz stehen: \u201eF\u00fcr\nden gr\u00f6\u00dften Teil der Trasse gebe es schon privatrechtliche\nEinigung\u201c? Nicht geschrieben wird aber in diesem Artikel, dass es\nsich dabei um die Einigung mit den Bundesforsten, die vollst\u00e4ndig im\nBesitz der Republik \u00d6sterreich stehen, handelt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich glaube nicht, dass die Bev\u00f6lkerung\nversteht, dass die Entscheidung zu Gunsten der Freileitung als\nMeilenstein zur Erreichung der Klimaziele \u00d6sterreichs verkauft wird,\nw\u00e4hrend vom selben Gericht nicht einmal drei Wochen sp\u00e4ter die\nGenehmigung der dritten Startbahn in Schwechat mit all ihren\nbedenklichen Umweltfolgen, die ja zuvor zur Ablehnung gef\u00fchrt\nhatten, erfolgte. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Ich verstehe au\u00dferdem die\nF\u00fchrungskr\u00e4fte in unserer Salzburger Landespolitik schon lange\nnicht mehr in ihrem Verhalten in Sachen neuer Stromleitung. Die\ngesamte Landesregierung inklusive aller Abgeordneten des Salzburger\nLandtages sollten sich besser noch einmal den Text zur Angelobung\ndurchlesen!<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;Hier steht in \u00a77 des\nLandtags-Gesch\u00e4ftsordnungsgesetzes:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch gelobe unverbr\u00fcchliche Treue\ndem Land Salzburg, die Wahrung seiner Interessen auf der\nverfassungsrechtlichen Grundlage der demokratischen und\nbundesstaatlichen Ordnung der Republik \u00d6sterreich und die\ngewissenhafte Erf\u00fcllung ihrer Pflichten als Mitglieder des\nSalzburger Landtages.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Gel\u00f6bnis auf den Verbund, die APG\noder die Bauwirtschaft wurde von niemandem verlangt. Es kann und darf\nauch nicht so sein, dass nur der kleine Mann, der wom\u00f6glich an oder\nunter der angeblich ungef\u00e4hrlichen Leitung zu sitzen kommt, oder der\nGrundbesitzer, welcher mit flei\u00dfiger Hand und seinen F\u00e4higkeiten\nsein Hab und Gut zu erhalten versucht, f\u00fcr eine Uralttechnik zum\nWohle der Aktion\u00e4re der APG und des Verbundes (APG ist eine 100%\nTochter des Verbundes, der Verbund ist zu 51% im Besitz der Republik\n\u00d6sterreich) nicht nur enteignet, sondern auch durch die Freileitung\nf\u00fcr viele Jahrzehnte mit einem gro\u00dfen Nachteil leben muss.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;Dass eine Freileitung mit\nSicherheit keinen touristisch verwertbaren Blickfang darstellt, sei\nhier ebenfalls erw\u00e4hnt. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Nun zu m\u00f6glichen Alternativen:<\/p>\n\n\n\n<p>Von dem Augenblick an, da auch die\ndezentrale Speicherung von Strom in gro\u00dfem Umfang ohne Pumpspeicher\nm\u00f6glich ist, werden wir Strom nicht mehr aus unseren Nachbarl\u00e4ndern\nimportieren m\u00fcssen, um Blackouts zu vermeiden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Netze werden sicher mit\nStromspeicherung in Wasserstoff, carbonisiertem Wasserstoff oder\nbislang nur angedachten Methoden zu stabilisieren sein. Die\nPilotanlage der VOEST in Linz zeigt ja bereits, wohin die Reise\nwirklich gehen k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;Im \u00dcbrigen brauchen wir nicht\ndie Angst vor einem Blackout in erster Linie durch Strommangel haben,\ndie Angriffe durch Hacker und Softwarefehler sch\u00e4tze ich\ndiesbez\u00fcglich weit h\u00f6her ein, wie wir es ja am Beispiel von\nFlugzeugkatastrophen leider allzu h\u00e4ufig in j\u00fcngster Zeit erfahren\nmussten.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich hoffe, dass ich mit meinen\nAusf\u00fchrungen zumindest alle Grundbesitzer \u00fcberzeugen kann, dass sie\nkeine Unterschrift f\u00fcr Grundabtretungen leisten sollen.<\/p>\n\n\n\n<p>Unsere Landespolitiker, gleich welcher\nFarbe, w\u00fcrden das sicher nicht aushalten, denn es kommen wieder\nWahlen, bei denen wir ja alle wieder gebraucht werden.<\/p>\n\n\n\n<p>In diesem Sinne: Kopf hoch! Nur Mut!<\/p>\n\n\n\n<p>B\u00fcrgermeister Johann Strasser, Marktgemeinde Eugendorf<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eugendorfs B\u00fcrgermeister Johann Strasser ist bekannt daf\u00fcr, dass er sich kein Blatt vor den Mund nimmt. 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