{"id":2303,"date":"2019-07-19T11:02:32","date_gmt":"2019-07-19T09:02:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.verlag-doppelpunkt.at\/flachgauTV\/?p=2303"},"modified":"2019-07-19T11:11:24","modified_gmt":"2019-07-19T09:11:24","slug":"den-roemern-auf-der-spur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.verlag-doppelpunkt.at\/flachgauTV\/den-roemern-auf-der-spur\/","title":{"rendered":"Den R\u00f6mern auf der Spur"},"content":{"rendered":"<p><video id=\"my-video\" class=\"video-js vjs-big-play-centered\" poster=\"..\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Pfongau.jpg\" preload=\"auto\" controls=\"controls\" data-setup=\"{}\" width=\"100%\" height=\"150\"><source src=\"..\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Pfongau.mp4\" type=\"video\/mp4\"><source src=\"..\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Pfongau.webm\" type=\"video\/webm\"><\/video> <script src=\"https:\/\/vjs.zencdn.net\/6.9.0\/video.js\"><\/script>Eine Venus vor zehn Jahren, dann Teile eines Silberbechers und im Vorjahr ein Achill &#8211; was kommt noch zutage? In Pfongau in Neumarkt am Wallersee folgen derzeit wieder Studierende der Universit\u00e4t Salzburg den Spuren der R\u00f6mer im Flachgau. Traditionell mit Schaufel, Kelle und Pinsel sowie mit modernsten technischen Ger\u00e4ten und Drohnen l\u00fcften die Arch\u00e4ologen Schicht f\u00fcr Schicht die Geheimnisse eines fast 2.000 Jahre alten Landgutes.<br \/>\n<iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/rcm-eu.amazon-adsystem.com\/e\/cm?o=3&amp;p=48&amp;l=ur1&amp;category=electronics&amp;banner=0MNQ6KCCWY32BF4PH5G2&amp;f=ifr&amp;linkID=1f28e8b742fd1f3a38ab58c856d05bc4&amp;t=doppelpunkt-21&amp;tracking_id=doppelpunkt-21\" scrolling=\"no\" border=\"0\" marginwidth=\"0\" style=\"border:none;\" width=\"728\" height=\"90\" frameborder=\"0\"><\/iframe><br \/>\nEs handelt sich dabei um die bisher gr\u00f6\u00dfte Erforschung eines landwirtschaftlichen Wirtschaftsbereichs aus r\u00f6mischer Zeit im Land. \u201eDas ist eine Premiere, nicht nur in Salzburg sondern auch \u00f6sterreichweit. Es ist sicher eine der modernsten Untersuchungen, die wir hier machen\u201c, erkl\u00e4rt Landesarch\u00e4ologe Raimund Kastler.<br \/>\n15.000 Quadratmeter in elf Jahren<br \/>\nSeit 2008 wird allj\u00e4hrlich im Sommer vier Wochen lang gearbeitet, jedes Jahr graben rund ein Dutzend Arch\u00e4ologie-Studierende an einer anderen Stelle, heuer zum letzten Mal. Rund 15.000 Quadratmeter wurden so in den elf Jahren untersucht. Was folgt sind noch etwa zwei Jahre wissenschaftliche Aufarbeitung der vielen Funde und Daten sowie die Dokumentation. Vielleicht wird dabei auch klar, wie es mit der Villa und dem Wirtschaftsbetrieb zu Ende ging \u2013 dar\u00fcber gibt es unter den Wissenschaftern derzeit noch keine einhellige Meinung.<br \/>\nSiedlungsgeschichte hautnah<br \/>\n\u201eDie Grabungen in Neumarkt liefern wichtige Erkenntnisse zum landwirtschaftlichen Lebensraum im ehemaligen Noricum\u201c, so Landeshauptmann-Stellvertreter Heinrich Schellhorn, der sich gestern von den Grabungsleitern Raimund Kastler und Felix Lang von der Universit\u00e4t Salzburg \u00fcber die Pl\u00e4ne f\u00fcr diese Abschluss-Saison informieren lie\u00df. \u201eIch finde es faszinierend, wie gut man hier die Siedlungsgeschichte nachvollziehen kann und damit wertvolle Hinweise f\u00fcr die historische Entwicklung des Landes erh\u00e4lt\u201c, so der Kulturreferent weiter.<br \/>\n5.000 Jahre Landschaftsentwicklung<br \/>\n\u201eArch\u00e4ologen werden immer mit Sch\u00e4tzen in Verbindung gebracht. Nat\u00fcrlich haben wir auch bedeutende Funde ausgegraben. Der gr\u00f6\u00dfte Schatz, den wir hier herausgeholt haben, sind aber die die Erkenntnisse \u00fcber 5.000 Jahre Landschaftsentwicklung. Das bringt die Wissenschaft weiter\u201c, pr\u00e4zisiert Arch\u00e4ologe Kastler die Priorit\u00e4ten. Und sein Kollege Felix Lang erg\u00e4nzt: \u201eUnser Ziel ist es, so viel Information wie m\u00f6glich \u00fcber das Leben der Bauern in der R\u00f6merzeit zu gewinnen. Wie hat die Landwirtschaft funktioniert, welche Tiere wurden gehalten und welche Pflanzen angebaut?\u201c Soweit der wissenschaftliche Aspekt, der praktische Nutzen liegt darin, dass die Studentinnen und Studenten lernen, wie eine Grabung funktioniert.<br \/>\nAm Anfang war ein Gewerbegebiet<br \/>\nBegonnen hat alles 1987, als bei der Erschlie\u00dfung des Gewerbegebietes Pfongau Teile eines r\u00f6mischen Geb\u00e4udes gefunden wurden. Es folgten Rettungsgrabungen, bei denen 1989 drei Steingeb\u00e4ude und ein Holzbau des Gutshofs aus dem ersten bis dritten Jahrhundert nach Christus freigelegt wurden. Bei einer geophysikalischen Untersuchung wurden danach weitere Bauten und Teile der Umfassungsmauer geortet.<br \/>\nPerfekte Zusammenarbeit<br \/>\nDeshalb wurde im Jahr 2008 ein Lehrgrabungsprojekt der Universit\u00e4t Salzburg ins Leben gerufen und in Kooperation mit dem Salzburg Museum, dem Museum Fronfeste und der Stadtgemeinde Neumarkt umgesetzt. \u201eEs ist ein Musterprojekt: Von Anfang an gab es eine perfekte Zusammenarbeit, besonders auch mit den benachbarten Firmen und dem Grundbesitzer\u201c, betonen Kastler und Lang.<br \/>\nVenus und Achill<br \/>\nIn elf sommerlichen Grabungsperioden wurde nun der Wirtschaftsteil der Villa rustica mit all seinen dazugeh\u00f6rigen Fl\u00e4chen und bisher elf Geb\u00e4uden, unter anderem eine Schlosserei und drei Ziegelbrenn\u00f6fen, untersucht. Bereits im ersten Jahr wurde dabei eine kleine bronzene Venusstatuette entdeckt, die von den Experten als Sensation bezeichnet wird. Doch ein Fund im Vorjahr stellte selbst diese in den Schatten: Die rund sechs Zentimeter gro\u00dfe Statuette zeigt, wie der kleine Held Achill von seiner Mutter Thetis in den Fluss Styx gehalten wird, um ihn dadurch unverwundbar zu machen. Bis jetzt sind keine dreidimensionalen Darstellungen dieser Szene aus der Antike bekannt. Damit ist die Figur einzigartig.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Venus vor zehn Jahren, dann Teile eines Silberbechers und im Vorjahr ein Achill &#8211; was kommt noch zutage? 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