{"id":2612,"date":"2019-11-06T08:15:35","date_gmt":"2019-11-06T07:15:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.verlag-doppelpunkt.at\/flachgauTV\/?p=2612"},"modified":"2019-11-06T08:31:48","modified_gmt":"2019-11-06T07:31:48","slug":"schaden-nanopartikel-dem-mondsee","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.verlag-doppelpunkt.at\/flachgauTV\/schaden-nanopartikel-dem-mondsee\/","title":{"rendered":"Schaden Silber-Nanopartikel dem Mondsee?"},"content":{"rendered":"<p>Wie viele Silberteilchen \u00fcber die Kl\u00e4ranlage in den Mondsee gelangen und welche Wege sie im \u00d6kosystem nehmen, zeigt eine Untersuchung des Forschungsinstituts f\u00fcr Limnologie. Bei der Analyse der Wasser- und Sedimentproben setzen Wissenschaftler der Universit\u00e4t Innsbruck eine neu entwickelte Methode ein, um die Silber-Nanopartikel aufzusp\u00fcren. Fazit: Aktuell stellen sie noch kein Problem dar.<br>Viele moderne Technologien greifen auf den Einsatz von Nanopartikeln zur\u00fcck. Silber-Nanopartikel werden beispielsweise aufgrund ihrer antimikrobiellen Wirkung in Sportfunktionskleidung verwendet, um Schwei\u00dfgeruch zu vermindern. Bei jeder W\u00e4sche und \u00fcber Regensammelkan\u00e4le gelangen diese in die Kl\u00e4ranlagen und anschlie\u00dfend mit dem gereinigten Abwasser in die heimischen Gew\u00e4sser. \u201eDie Frage, was passiert, wenn die weniger als 100 Nanometer kleinen Teilchen in Gew\u00e4sser gelangen, wurde bisher ungerne gestellt und wissenschaftlich nicht fundiert untersucht\u201c, sagt Roland Vogt vom Forschungsinstitut f\u00fcr Limnologie in Mondsee, der in seiner Doktorarbeit genau das kl\u00e4ren will. Als Modellsee f\u00fcr die Untersuchungen diente der Mondsee, wo das durch strenge Kontrollen gereinigte Wasser direkt in den See geleitet wird. Als Referenz wurde der n\u00f6rdlicher gelegene Irrsee ausgew\u00e4hlt, der nicht durch eine Kl\u00e4ranlage beeinflusst wird und in den Mondsee entw\u00e4ssert. Ausgangspunkt der im Zuge des internationalen Forschungsprojekts FENOMENO durchgef\u00fchrten Studie war die Vermutung, dass sich Silbernanopartikel \u00fcber die Nahrungskette anreichern, was letztlich zu erh\u00f6hten Konzentrationen im Gewebe von Fischen f\u00fchrt. Um diese Annahme zu \u00fcberpr\u00fcfen, wurden Wasserproben aus dem Zu- und Ausfluss der Mondseer Kl\u00e4ranlage, Wasser- und Sedimentproben aus unterschiedlichen Entfernungen von der Kl\u00e4ranlageneinleitung und Kl\u00e4rschlammproben in acht Sammelkampagnen zwei Jahre lang zu allen Jahreszeiten entnommen und auf Silbernanopartikel und Gesamtsilber untersucht. Parallel dazu wurden Gewebeproben aus Leber, Kiemen, Niere, Magen- und Muskelgewebe von im Mond- und Irrsee geangelten Fischen in Hinblick auf Nanopartikeln untersucht.<br>Silber nachgewiesen, aber nicht problematisch<br>Um bereits geringste Spuren von Silber im Freiland feststellen zu k\u00f6nnen \u2013 was mit herk\u00f6mmlichen Methoden nicht m\u00f6glich ist \u2013 wandten die Forscher eine neue, modifizierte, besonders sensitive Methode an: \u201eMittels Einzelpartikel-Massenspektrometrie mit induktiv gekoppeltem Plasma konnten wir Silbernanopartikel im Zu- und Ausfluss der Kl\u00e4ranlage messen, wobei wir im Ausfluss um 90 Prozent weniger gefunden haben als im Zufluss\u201c, erkl\u00e4rt Roland Vogt, der seine Doktorarbeit im Rahmen von FENOMENO gemeinsam mit Partnern aus Deutschland und Portugal durchf\u00fchrt.<br>\u201eIn den Fischproben konnten wir aber keine Silbernanopartikel nachweisen, was besonders die Gastronomie freuen wird,\u201c berichten Josef Wanzenb\u00f6ck und Dunja Lamatsch, die die Doktorarbeit wissenschaftlich betreuen. Auch im Seewasser wurden keine Silbernanopartikel gefunden.<br>Mit Hilfe einer weniger sensiblen Methode zum Nachweis des Gesamtsilbergehaltes konnten Stellen gefunden werden, wo sich, trotz der verschwindend geringen Belastung durch Nanopartikel, Silber anreichert. Silber findet man vor allem im Kl\u00e4rschlamm und im Seeboden neben der Ausleitung der Kl\u00e4ranlage in den See. Im \u00fcbrigen Seeboden, bis zu sechs Kilometer von dieser Stelle entfernt, war Silber immer noch in Spuren nachweisbar. Die Silberablagerungen im Sediment des Mondsees sind zurzeit noch kein Problem f\u00fcr das \u00d6kosystem, da die gemessenen Konzentrationen um ein Vielfaches geringer sind als jene, bei denen in toxikologischen Studien negative Effekte auftraten. Im Zuge einer weiteren Anreicherung im Sediment kann aber ein k\u00fcnftiges Risiko nicht ausgeschlossen werden.<\/p>\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"730\" src=\"https:\/\/www.verlag-doppelpunkt.at\/flachgauTV\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Mondsee-1024x730.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2613\" srcset=\"https:\/\/www.verlag-doppelpunkt.at\/flachgauTV\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Mondsee-1024x730.jpg 1024w, https:\/\/www.verlag-doppelpunkt.at\/flachgauTV\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Mondsee-300x214.jpg 300w, https:\/\/www.verlag-doppelpunkt.at\/flachgauTV\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Mondsee-768x547.jpg 768w, https:\/\/www.verlag-doppelpunkt.at\/flachgauTV\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Mondsee-730x520.jpg 730w, https:\/\/www.verlag-doppelpunkt.at\/flachgauTV\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Mondsee-435x310.jpg 435w, https:\/\/www.verlag-doppelpunkt.at\/flachgauTV\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Mondsee.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption> <br>Der Mondsee diente als Modellsee f\u00fcr die Untersuchung, um den Eintrag von Nanopartikeln \u00fcber Kl\u00e4ranlagen so wie ihren weiteren Weg innerhalb der Nahrungskette zu untersuchen.<br>Bild: Sabine Wanzenb\u00f6ck <\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie viele Silberteilchen \u00fcber die Kl\u00e4ranlage in den Mondsee gelangen und welche Wege sie im \u00d6kosystem nehmen, zeigt eine Untersuchung des Forschungsinstituts f\u00fcr Limnologie. 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