{"id":3802,"date":"2022-01-19T06:41:00","date_gmt":"2022-01-19T05:41:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.verlag-doppelpunkt.at\/flachgauTV\/?p=3802"},"modified":"2022-01-20T10:54:25","modified_gmt":"2022-01-20T09:54:25","slug":"seit-30-jahren-wird-im-keller-gelacht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.verlag-doppelpunkt.at\/flachgauTV\/seit-30-jahren-wird-im-keller-gelacht\/","title":{"rendered":"Seit 30 Jahren wird im Bierkeller gelacht"},"content":{"rendered":"\n<p>30 Jahre Bierkabarett in Obertrum hat\neinen Namen: Raoul Grabner. Seit drei Jahrzehnten ist er der\nunerm\u00fcdlicher Motor hinter dieser Flachgauer Kulturinstitution.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Ich frage jetzt einmal ganz naiv: Wie hat das alles begonnen? Weil Sie seit jeher ein Kabarett-Fan waren?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Grabner: Nein, ganz und gar nicht. Vor\nmehr als 30 Jahren hat mich kein Kabarett interessiert. Eher Jazz\noder Vernissagen. Und dann bin ich einmal durch Obertrum spaziert und\ndie T\u00fcr zum Bierkeller der Brauerei stand offen. Vollger\u00e4umt mit\nGer\u00fcmpel von vielen Umbauten. Trotzdem habe ich sofort gesp\u00fcrt,\ndass das ein idealer Veranstaltungsraum w\u00e4re. Ich habe dann mit dem\nBrauereibesitzer gesprochen und der hat gesagt, dass ich ihm einmal\nein Konzept vorlegen soll. Also habe ich begonnen, mir alle m\u00f6glichen\nVeranstaltungen anzusehen. Und so bin ich dann schlie\u00dflich beim\nKabarett gelandet. Der Brauereibesitzer hat gr\u00fcnes Licht gegeben mit\nden Worten: \u201eProbieren sie es halt, weil es wird eh nicht daraus\nwerden.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><em>Kabarett am Land war damals ein gro\u00dfes Wagnis?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Grabner: Ja und nein. Im Grund hat ja\nnicht viel passieren k\u00f6nnen. Also habe ich Peter Blaikner\neingeladen. Er war der Erste der auf der B\u00fchne des Bierkabaretts\nstand und ist auch jetzt am 27. J\u00e4nner wieder zu Gast. Einen seiner\nersten Auftritte hatte auch G\u00fcter Gr\u00fcnwald bei uns. Damals noch vor\nrecht sch\u00fctterem Publikum. Aber wie der durchgestartet ist, brauche\nich eh nicht zu sagen. Dass er am 30. Mai wieder bei uns ist, freut\nmich ganz besonders. Ich habe ihm von unserem 30-Jahre-Jubil\u00e4um\nerz\u00e4hlt und da hat er zugesagt und konnte sich sogar noch auf seine\nAuftritte im Obertrumer Bierkabarett erinnern.<\/p>\n\n\n\n<p><em>30 Jahre Bierkabarett und 300 Vorstellungen. Da l\u00e4uft nicht alles nach Plan. Welche lustigen Vorkommnisse fallen Ihnen da spantan ein?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Grabner: Da f\u00e4llt mir auf Anhieb ein\nAuftritt der Brennesseln ein. Das war noch im alten Keller und in\neiner Szene wurde ein Schuss aus einem Revolver abgefeuert. Aber die\nBrennesseln haben die Platzpatrone mit einer Tr\u00e4nengaspatrone\nverwechselt. Als die Zuschauer ganz vorne aufgestanden und gegangen\nsind, habe ich mich zun\u00e4chst gar nicht ausgekannt. Erst als ich in\nder Pause von der Verwechselung erfahren habe, war mir diese\npl\u00f6tzliche Flucht klar.<\/p>\n\n\n\n<p>Gut kann ich mich auch noch auf den\nAuftritt eines Transvestiten erinnern. Der war so toll als Frau\nhergerichtet, dass sie (ihn) ein Zuschauer nach der Show unbedingt\nkennenlernen wollte. Als er vergeblich nach der Frau gesucht hat,\nhaben wir ihm gesagt, dass die schon in ihr Zimmer gegangen ist, weil\nsie sich nicht gut gef\u00fchlt hat. Ich glaube, der Verehrer hat nie\nerfahren, dass die Frau auf der B\u00fchne eigentlich ein Mann war.<\/p>\n\n\n\n<p>Da f\u00e4llt mir auch noch ein, dass\neinmal w\u00e4hrend einer Vorstellung das Mischpult abgebrannt ist.\nNat\u00fcrlich war schlagartig der ganze Strom weg. Aber der Kabarettist\nhatte zuf\u00e4llig sein eigenes Mischpult im Auto. Wir bauten schnell um\nund nach einer Viertel Stunde ging es weiter mit dem Programm.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Es wird aber nicht nur lustige Situationen gegeben haben. Wie oft haben Sie sich ge\u00e4rgert in den vergangenen Jahren?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Grabner: Nat\u00fcrlich l\u00e4uft nicht immer\nalles glatt. Aber richtig ge\u00e4rgert? Habe ich mich eigentlich kaum.\nDas liegt wahrscheinlich auch daran, dass die Kabarettisten allesamt\nrecht kumpelhafte Typen sind mit Handschlagqualit\u00e4t. Einmal etwas\nausgemacht, dann passt das. Schriftliche Vertr\u00e4ge sind da nur\nFormsache. Ich hatte in all den Jahren nur drei oder vier Absagen.\nUnd die auch nur gesundheitsbedingt. So wie im vergangenen Jahr die\nHollerstauden. Die wurden wenige Tage vor ihrem Auftritt in Obertrum\npositiv auf Corona getestet. Dieses Konzert wird jetzt aber am 25.\nJuli nachgeholt.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Wie schwer ist es, so ein Jahresprogramm auf die Beine zu stellen und wann beginnen Sie damit?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Grabner: Ich habe nach 30 Jahren\nmehrere Vorteile: Mich kennen alle, die allermeisten Kabarettisten\nspielen gerne in Obertrum und sie kennen das Bierkabarett genau. Ich\nbrauche deshalb nicht viel erkl\u00e4ren und auch Verhandlungen \u00fcber die\nGagen gibt es kaum. Also geht es in erster Linie darum, einen Termin\nzu finden. Die Vorlaufzeit ist jetzt gar nicht so lange. Meist fange\nich Mitte des Jahres an, mir \u00fcber die n\u00e4chste Saison Gedanken zu\nmachen.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Apropos Gage. Ist das Bierkabarett ein Gesch\u00e4ft?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Grabner: Nein. Das Bierkabarett l\u00e4uft\nso, wie alle Kultureinrichtungen. Wir schauen, dass wir \u00fcber die\nRunden kommen. Aber ohne Sponsoren w\u00e4re auch das nicht m\u00f6glich. Und\nauf meine Sponsoren kann ich mich wirklich verlassen. Zum Teil sind\nsie sogar von Anfang an mit dabei. Das ist schon ein starkes\nR\u00fcckgrat, weil nat\u00fcrlich gibt es immer wieder Veranstaltungen, die\nhinter den Erwartungen bleiben und weniger Publikum anziehen als\ngehofft.<\/p>\n\n\n\n<p>Viele Kabarettisten sind l\u00e4ngst so\netwas wie Stammg\u00e4ste und kommen immer wieder. Roland D\u00fcringer, zum\nBeispiel, aber auch das Kultkabarett Blaikner, Messner und Baumann.\nAuch Django As\u00fcl ist regelm\u00e4\u00dfig bei uns zu Gast oder Joesi\nProkopetz. Zu dem habe ich fast schon so etwas wie eine\nfreundschaftliche Beziehung, weil der auch privat ein ganz netter\nKerl ist.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Wenn wir jetzt in die Zukunft schauen: Wir es in 30 Jahren das Bierkabarett noch geben?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Grabner: Was f\u00fcr eine Frage? Die kann\nich beim besten Willen nicht beantworten. Nur so viel: Ich m\u00f6chte\ndas Bierkabarett schon noch einige Zeit f\u00fchren. Vielleicht findet\nsich jemand, der die Nachfolge antritt. Ich w\u00fcrde ihm nat\u00fcrlich\nbeim \u00dcbergang helfen, er br\u00e4uchte aber keine Angst zu haben, dass\nich ewig \u201emitgschafteln\u201c w\u00fcrde. Weil wenn ich einmal etwas\nabschlie\u00dfe, dann ist es auch wirklich vorbei. Aber wie gesagt, daran\ndenke ich momentan beim Bierkabarett noch nicht und hoffe jetzt vor\nallem, dass wir heuer wieder eine halbwegs normale Saison spielen\nk\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Interview: Rupert Lenzenweger<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"http:\/\/www.bierkabarett.at\">Hier gehts zum Bierkabarett&gt;&gt;&gt;<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>30 Jahre Bierkabarett in Obertrum hat einen Namen: Raoul Grabner. Seit drei Jahrzehnten ist er der unerm\u00fcdlicher Motor hinter dieser Flachgauer Kulturinstitution. 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