{"id":4460,"date":"2023-01-03T10:19:37","date_gmt":"2023-01-03T09:19:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.verlag-doppelpunkt.at\/flachgauTV\/?p=4460"},"modified":"2023-01-05T10:49:23","modified_gmt":"2023-01-05T09:49:23","slug":"in-thalgau-sind-wieder-die-gloeckler-unterwegs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.verlag-doppelpunkt.at\/flachgauTV\/in-thalgau-sind-wieder-die-gloeckler-unterwegs\/","title":{"rendered":"In Thalgau waren die Gl\u00f6ckler unterwegs"},"content":{"rendered":"<p>Als in Thalgau Abend des 4. J\u00e4nners die Gl\u00f6ckler im Ortszentrum eintrafen, endete auch die Zeit der Rauhn\u00e4chte. Mit ihren erleuchteten Kappen bringen die Gl\u00f6ckler nicht nur Licht in die dunkle Jahreszeit. Sie vertreiben auch die Geister und D\u00e4monen, die dem Aberglauben nach in den zw\u00f6lf Rauhn\u00e4chten zwischen dem 25. Dezember und dem 6. J\u00e4nner unterwegs sind. Die Gl\u00f6ckler haben waren um 1850 zum ersten Mal in Ebensee unterwegs. Sie trugen Kuhglocken und transparente Papierlaternen in die Muster gestanzt wurden und von innen mit Kerzen beleuchtet waren auf den K\u00f6pfen. Dabei marschierten sie im G\u00e4nsemarsch und tanzten bestimmte Figuren, um die D\u00e4monen zu vertreiben. In Thalgau sind die Burschen des Trachtenvereins \u201eD\u00b4Wartenfelser\u201c seit 1991 am 4. J\u00e4nner als Gl\u00f6ckler unterwegs.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.verlag-doppelpunkt.at\/bilderserien\/6705-2\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-4471 size-medium\" src=\"https:\/\/www.verlag-doppelpunkt.at\/flachgauTV\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Doppelpunkt5.1.2023-300x169.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"169\" srcset=\"https:\/\/www.verlag-doppelpunkt.at\/flachgauTV\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Doppelpunkt5.1.2023-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.verlag-doppelpunkt.at\/flachgauTV\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Doppelpunkt5.1.2023-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/www.verlag-doppelpunkt.at\/flachgauTV\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Doppelpunkt5.1.2023-768x432.jpg 768w, https:\/\/www.verlag-doppelpunkt.at\/flachgauTV\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Doppelpunkt5.1.2023-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/www.verlag-doppelpunkt.at\/flachgauTV\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Doppelpunkt5.1.2023-730x411.jpg 730w, https:\/\/www.verlag-doppelpunkt.at\/flachgauTV\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Doppelpunkt5.1.2023-435x245.jpg 435w, https:\/\/www.verlag-doppelpunkt.at\/flachgauTV\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Doppelpunkt5.1.2023.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die Rauhn\u00e4chte entstanden durch die Differenz der Tage zwischen Mondjahr und Sonnenjahr. Das Mondjahr ist um elf Tage und zw\u00f6lf N\u00e4chte k\u00fcrzer als das Sonnenjahr. Daher kommt auch die Redewendung \u201eZwischen den Jahren\u201c, da diese Tage keinen Monat zugeordnet waren und zwischen Dezember und Januar standen.<br \/>\nUm diese N\u00e4chte ranken sich viele Mythen und es werden viele unterschiedliche Br\u00e4uche praktiziert. So entstand der Aberglauben, dass es Ungl\u00fcck bringt, zwischen Weihnachten und Neujahr W\u00e4sche nach drau\u00dfen zu h\u00e4ngen. Au\u00dferdem soll unverheirateten Frauen an einem Kreuzweg um Mitternacht ihr zuk\u00fcnftiger Br\u00e4utigam erscheinen und die Tiere im Stall k\u00f6nnen um Mitternacht den Menschen die Zukunft voraussagen.<br \/>\nViele dieser alten Br\u00e4uche und Sitten sind verschwunden. Die Gl\u00f6cklerl\u00e4ufe aber sind geblieben und werden auch heute noch in vielen Gemeinden des Salzkammergutes gepflegt und auch in Thalgauer hat der Gl\u00f6cklerlauf der Burschen des Trachtenvereins \u201eD`Wartenfelser\u201c inzwischen eine mehr aus 30-j\u00e4hrige Tradition.<br \/>\nBrauchtumsforscher glauben, dass sich der Gl\u00f6cklerlauf in seiner heutigen Form aus mehreren Brauchtumselementen an der S\u00fcdspitze des Traunsees entwickelt hat und von dort im Laufe des letzten Jahrhunderts verbreitet wurde. Volkskundler (Grieshofer und Gillesberger) vertreten die Meinung, dass der Gl\u00f6cklerlauf eine Erfindung des 19. Jahrhunderts ist und zwar aus einer wirtschaftlichen Notsituation heraus: In der Saline Ebensee wurde ab der Mitte des 19. Jahrhunderts anstelle von Holz Braunkohle (aus dem Hausruck) zum Heizen der Sudpfannen verwendet, was fatale Folgen f\u00fcr die rund 900 M\u00e4nner hatte, die in der Holzbringung besch\u00e4ftigt waren. Sie standen pl\u00f6tzlich ohne Arbeit und Einkommen dar. Um nicht um Unterst\u00fctzung betteln zu m\u00fcssen, boten sie unter anderem ein Spektakel: das \u201eGl\u00f6ckeln\u201c. Gl\u00f6ckeln d\u00fcrfte somit eine besondere Art des rituellen Bettelns gewesen sein.<br \/>\nUm 1900 werden die maskierten Gl\u00f6ckelngeher von den Gl\u00f6cklern verdr\u00e4ngt, die anstelle der Gesichtsmasken Papierfransen an der Unterseite der Kappe geklebt hatten. Und die wei\u00dfe Kleidung war die ohnehin vorhandene Arbeitskleidung der Sud-Arbeiter. F\u00fcr eine Ausbreitung dieses \u201eneuen\u201c Brauches in andere Gegenden sorgten unter anderem Ebenseer, die auswanderten und auch in ihrer neuen Heimat diesen Brauch praktizierten.<br \/>\nDer Gl\u00f6cklerlauf beginnt bereits am Vormittag. Die Gl\u00f6ckler ziehen dann von Haus zu Haus, wo sie mit regionalen Gerichten und warmen Getr\u00e4nken versorgt werden. Im rhythmischen Laufen und Tanzen der Gl\u00f6ckler und dem best\u00e4ndigen L\u00e4uten der Glocken sollen die b\u00f6sen Geister vertrieben und die guten Geister geweckt werden, die das unter der Schneedecke schlummernde Getreide zum Wachsen bringen sollen. Die von den Passen gelaufenen Kreise, Schleifen oder Achter sind als Symbole f\u00fcr die Unendlichkeit zu deuten. Nach Einbruch der Dunkelheit kommen die Gl\u00f6ckler ins Ortszentrum, um den eigentlichen Gl\u00f6cklerlauf durchzuf\u00fchren. Dabei werden M\u00e4ander und Schleifen.<br \/>\nDie heute von den Gl\u00f6cklern verwendeten Kappen besteht aus einem Holzger\u00fcst mit Papierummantelung und sind bis zu zwei Meter hoch. Sie sind kunstvoll gestaltet und haben verschiedene Formen. Das reicht von riesigen Sternen \u00fcber Kreuze bis hin zu Geb\u00e4uden. Zur Beleuchtung dient eine Kerze. Nachdem die Motive am Ger\u00fcst angebracht sind, wird die Kappe lackiert. Anschlie\u00dfend werden die sogenannten wei\u00dfen Franserln an den Kanten der Seitenfl\u00e4chen angebracht. Die Franserln bestehen aus wei\u00dfen Papierstreifen, die eingeschnitten werden. Bei modernen Kappen werden Kerzen manchmal durch kleine Gl\u00fchbirnen oder LED-Lampen ersetzt, um die Brandgefahr zu bannen. Das fehlende Flackern der Kerzen beeintr\u00e4chtige nach Meinung von Kennern und Verfechtern der Traditionen jedoch die urt\u00fcmliche Stimmung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als in Thalgau Abend des 4. J\u00e4nners die Gl\u00f6ckler im Ortszentrum eintrafen, endete auch die Zeit der Rauhn\u00e4chte. 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