{"id":7206,"date":"2025-12-15T06:08:00","date_gmt":"2025-12-15T05:08:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.verlag-doppelpunkt.at\/flachgauTV\/?p=7206"},"modified":"2025-12-09T11:11:38","modified_gmt":"2025-12-09T10:11:38","slug":"riki-jausz-und-die-sprache-der-farben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.verlag-doppelpunkt.at\/flachgauTV\/riki-jausz-und-die-sprache-der-farben\/","title":{"rendered":"Riki Jausz und die Sprache der Farben"},"content":{"rendered":"\n<p>Auf den ersten Blick wirken ihre Bilder bunt, schrill, fast ein bisschen verr\u00fcckt. Doch wer sich Zeit nimmt, entdeckt viel mehr. In den Arbeiten von Riki Jausz steckt Tiefe, Gef\u00fchl \u2013 und ein St\u00fcck ihrer eigenen Emotionen, Erfahrungen und Erlebnissen.<\/p>\n\n\n\n<p>Tiere tauchen immer wieder als Motive auf. Diese stehen f\u00fcr sie sinnbildlich f\u00fcr F\u00e4higkeiten und Schw\u00e4chen \u2013 quasi ein Spiegel der Seele. Oft verbindet sie in ihren au\u00dfergew\u00f6hnlichen Bildern Mensch und Tier zu Mischwesen. Grenzen verschwimmen, alles ist in Bewegung, die Bilder lassen noch viel Platz f\u00fcr Fantasie. Auch die runden Formen, das Flie\u00dfende, zieht sich wie ein roter Faden durch ihre Kunst.<\/p>\n\n\n\n<p>Riki Jausz ist K\u00fcnstlerin und Lehrerin f\u00fcr Kunst und Gestaltung an einer Mittelschule. Ihr k\u00fcnstlerisches Zuhause ist ihr Atelier, ihr pers\u00f6nlicher R\u00fcckzugsort, ein Ort voller Historie und Geschichte. Es ist im Obergeschoss des ehemaligen Krankenhauses in Mondsee untergebracht. Seit etwa f\u00fcnf Jahren erf\u00fcllt Riki die geschichtstr\u00e4chtigen R\u00e4umlichkeiten mit neuem Leben und frischen Farben. Hier kann sie alles liegen und stehen lassen. Nichts muss sofort fertig sein, jedes Kunstwerk hat Zeit zu Entstehen. Und das kann dauern. Oft \u201esteckt\u201c die K\u00fcnstlerin im Entstehungsprozess fest, so wartet ein Bild schon mal mehrere Tage, bis die passende Idee f\u00fcr die Fortsetzung gekommen ist. Kein Wunder also, dass bei Riki stets mehrere Bilder gleichzeitig in Arbeit sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Ihre Spezialit\u00e4t sind gro\u00dfe Bilder. Diese Arbeiten sind auch k\u00f6rperlich fordernd. Nicht selten sitzt sie stundenlang davor und betrachtet das Bild. Manchmal im Spiegel, um einen zus\u00e4tzlichen Blickwinkel zu erhalten. \u201eSo entdecke ich selbst Details, die mir ansonsten gar nicht aufgefallen w\u00e4ren\u201c, lacht die Wahl-Mondseerin. Sie arbeitet mit Leinen, Stoff und Acryl. Viele der Werke erg\u00e4nzt sie mit Stickereien oder N\u00e4hten mit der N\u00e4hmaschine. Dieser spielerische 3D Effekt, der dadurch entsteht, verleiht den ohnehin au\u00dfergew\u00f6hnlichen Bildern noch zu\u00e4zlich das \u201egewisse Etwas\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Die urspr\u00fcnglich aus Hall in Tirol stammende Riki malte bereits als Kind gern. Als Jugendliche entdeckte sie, dass sie mit ihren Bildern Gef\u00fchle verarbeiten kann. \u201eIch habe eine eigene Welt in mir. Mit meinen Bildern kann ich einem Teil davon Ausdruck verleihen.\u201c Heute ist sie ausgebildete Maltherapeutin und wei\u00df, wie stark sich das Unterbewusste \u00fcber Kunst ausdr\u00fccken kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Besonders gerne denkt die Lehrerin an ihr Kunststudium in Linz zur\u00fcck. \u201eDort habe ich eine f\u00fcr mich ganz neue Freiheit entdeckt\u201c, erz\u00e4hlt sie. \u201eEs war eine sehr intensive Zeit. Jeder durfte sein, wie er ist. Keine Bewertungen, kein st\u00e4ndiges aneinander Messen. Eine Zeit, um zu sich selbst zu finden.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Im Sommer verbrachte Riki einen Monat in Krumau in einem vom Land Ober\u00f6sterreich gef\u00f6rderten Gastatelier. Eine inspirierende Zeit, in der sie sich vollends auf neue Werke konzentrieren konnte. Doch selbst wenn ein Werk einmal abgeschlossen ist \u2013 lange h\u00e4lt das Gef\u00fchl von Fertigsein nicht an. Kurz ist da Zufriedenheit, dann zieht es sie gedanklich schon wieder zum n\u00e4chsten Bild. \u201eDieser Prozess h\u00f6rt nie auf.\u201c Eines ihrer Lieblingszitate, welches aus \u201eAlice im Wunderland\u201c stammt: \u201eIch wei\u00df nicht recht, wer ich jetzt bin. Ich wei\u00df nur, wer ich heute Morgen war, aber seither habe ich mich ein paar mal verwandelt.\u201c So f\u00fchlt sich auch ihre Kunst an \u2013 nie ganz greifbar, immer im Fluss und stets im Wandel. -15. 12. 2025-<\/p>\n\n\n\n<p><em>Elisabeth D\u00fcrnberger<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.riki-jausz.at\/\">Hier geht\u00b4s zur Homepage der K\u00fcnstlerin>>><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf den ersten Blick wirken ihre Bilder bunt, schrill, fast ein bisschen verr\u00fcckt. Doch wer sich Zeit nimmt, entdeckt viel mehr. 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