DOPPELPUNKT Februar 2026

LEBENSWERT FUNDSTÜCK Z u behaupten, dass ich ein begnade- ter Hobbykoch wäre, ist jetzt doch etwas verwegen. Trotzdem muss ich sa- gen, dass ich gerne und auch relativ oft kochähnliche Tätigkeiten in der Küche verrichte, die dann doch ein Stückerl weiter gehen, als Spaghetti zu kochen um sie danach in einem Sugo aus dem Glas zu versenken. Meine Knödel werden immer flaumig. Um ein feuriges Gulasch in den Topf zu zaubern, brauche ich keinen zu- sätzlichen Würfel oder ein Pulver aus dem Sackerl. Gar nicht so selten backe ich auch Brot und mein Schweinsbraten hat immer eine Kruste. Auf dieser Basis schaue ich mir auch jedes Koch- buch an, das ich in die Finger kriege. Und da- mit kommen wir jetzt zum Kern der Sache: Ema- nuel Weyringer hat ein Kochbuch geschrieben. Klingt im ersten Mo- ment nicht aufregend, weil von ihm schon mehrere Kochbücher erschienen sind. Aber ich rede jetzt von sei- nem aktuellsten, das so ganz und gar nichts mit den Kochbüchern zu tun hat, wie wir sie von Haubenkö- chen gewöhnt sind. Mit wunderschönen, fast künstlerischen Bildern aber Rezep- ten, bei denen jeder normale Haushalt schon an der Zuta- tenliste scheitert. „Endlich zu Hause“ nennt Emanu- el Weyringer sein neues Kochbuch und schon die Aufmachung lässt erkennen: Das ist kein Buch nur zum Anschauen. Das ist ein Buch, das du beim Nachko- chen mit aufgeklapptem Rezept neben dem Herd liegen hast. Und wenn es ei- nen Fettspritzer abbekommt, dann ist das kein Makel, sondern wahrscheinlich sogar im Sinne des Autors. Auch mein Buch ziert seit dem ersten Einsatz ein großer roter Paradeisfleck. Das kommt von meiner Ungeduld und dem Drang, sofort ein Rezept nachzuko- chen. Es war die Tomatensoße auf Seite 144, die ich zufällig aufgeschlagen und das Rezept dazu gelesen habe. „Das kann doch nichts werden”, war mein erster Gedanke. Nur Zwiebeln, Toma- ten, ein bisserl Öl und einige Gewürze. Nach einer halben Stunde hatte ich die beste Paradeissoße meines Lebens und die Erkenntnis, dass ich garantiert auch bei den weiteren 150 Rezepten auf Ema- nuel Weyringer vertrauen kann. Genau das will der Haubenkoch. Das Buch „Endlich zu Hause“ ist ein Stan- dardwerk für die einfache Wohlfühl-Kü- che mit unkomplizierten Antworten auf die alltägliche Frage: „Und was koche ich heute wieder?“ Das Buch ist im Pustet-Verlag erschie- nen, kostet 29 Euro und kann unter der ISBN-Nummer 978-3-7025-1172-2 be- stellt werden. Rupert Lenzenweger Heimkommen zum Nachkochen Kleine Dinge, von denen wir oft gar nicht wissen, dass wir Sie noch haben Einkaufssackerl zur Stadterhebung E s gibt in jedem Haushalt Dinge, die liegen jahrelang völlig unbeachtet irgendwo herum. Meist gut versteckt in einer Schublade oder in einem Schrank, der schon lange einmal aufgeräumt werden müsste. Unser aktu- elles Fundstück ist in einer Lade im Vorzimmer zum Vorschein gekom- men, in dem neben Kappen und Handschuhen auch Einkaufstaschen verstaut sind. Dass dieses Einkaufssackerl ganz unten gelegen ist, versteht sich eigentlich von selbst. Ebenso selbstverständlich ist, dass sich wohl kaum mehr ein Neumarkter daran erinnern kann, dass es zur Stadterhebung vor gut 25 Jahren diese Einkaufs- sackerl aus Leinen gab. Sicherlich ist es Ihnen auch schon passiert, dass Sie Sachen daheim gefunden haben, von denen Sie nicht mehr gewusst haben, dass Sie sie haben. Schicken Sie uns ein Foto von Ihren Fundstücken, damit wir sie auch unseren Lesern zeigen können. Bilder an: redaktion@doppelpunkt.co.at

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