DOPPELPUNKT Oktober 2026
n Ziel. Die 47 jährige Para Ath- letin sprüht förmlich vor Energie und Willensstärke. Bilder: Drew Kaplan/Cycling Austria bei Temperaturen um die 40 Grad und einer Luftfeuchtig- keit zwischen 70 und 80 Pro- zent. Glücksbringer Bei all den Kilometern, Trainingslagern und Wett- kämpfen gibt es einen klei- nen Begleiter, der nie fehlen darf: ein Stofftäschchen mit dem Bild ihrer Hündin Co- co. „Coco ist schon lange Teil meiner Familie, ich ver- misse sie sehr wenn ich nicht da bin. Mein Partner hat mir das Tascherl als Glücksbrin- ger geschenkt, seither ist es immer mit dabei“, verrät die lebenslustige Tirolerin. Sportliche Herausforderungen Das große Ziel liegt bereits klar vor ihr: die Paralym- pischen Spiele 2028 in Los Angeles. „Und dann schauen wir, wie es weitergeht“, so Wibmer. Und wenn Sie, liebe Lese- rin, lieber Leser, demnächst eine Handbikerin auf ihrer Lieblingsstrecke rund um den Attersee antreffen, han- delt es sich mit großer Wahr- scheinlichkeit um Cornelia Wibmer. Einer Frau, die sich von keinen Schicksalsschlä- gen ausbremsen lässt und mit enormer Willenskraft Außer- gewöhnliches leistet. Elisabeth Dürnberger schloss sie sich einem Pa- ra-Basketball-Team an. Mit Begeisterung spielte sie jah- relang in einer Herrenmann- schaft. „Leider gab es keine Nationalmannschaft für uns. Deshalb blieb mir der Weg zu großen internationalen Bewerben verschlossen“, erinnert sich Wibmer. Dass ausgerechnet die Corona Pandemie ihr sportliches Le- ben erneut verändern wür- de, kam überraschend. Als Basketballtrainings aufgrund der Pandemie plötzlich nicht mehr möglich waren, erzähl- te sie einem Bekannten von dem unerfüllten Traum, bei internationalen Wettkämp- fen an den Start zu gehen. Seine Antwort: ändere die Sportart, versuchs mit einem Handbike. Er lieh ihr kurzer- hand sein eigenes Bike. Nach anfänglichen Zweifeln von Cornelia war sie aber schnell von dem Sport überzeugt und fand darin eine neue Leiden- schaft. Das Rollstuhlbasket- ballspiel hat sie seither an den Nagel gehängt, ganz ver- abschiedet hat sie sich davon aber nicht. Einmal pro Woche trainiert sie gemeinsam mit einem weiteren Paraathleten in Rif Kinder mit körperli- chen Beeinträchtigungen, die ebenfalls im Rollstuhl sitzen. Dabei geht es um weit mehr als Sport. Es geht um Ge- meinschaft, Selbstvertrauen und das Gefühl, dazu zu ge- hören. Hier fällt niemand auf, alle sitzen im Rollstuhl und begegnen sich auf glei- cher Augenhöhe. „Es ist ein schönes Gefühl, den Kindern die Gelegenheit geben zu können, sich verstanden zu fühlen“, bringt sie es auf den Punkt. Handbike Heute gehört das Hand- bike für Cornelia Wibmer zumAlltag. Rund 20 Stunden pro Woche investiert sie in ihr Training, unter anderem auch Schwimmen für die Ausdauer. Möglich macht das ihre Arbeit als Polizei- spitzensportlerin. Das heißt sie arbeitet in der Telefonzen- trale der Polizei, kann aber während der Arbeitszeit auch trainieren. Dieses Modell er- möglicht ihr Trainings- und Wettkampfbedingungen, die sie in dieser Form in kaum einem anderen Beruf (oder anderem Land) finden wür- de. Im Olympiazentrum in Rif trainiert sie gemeinsam mit Spitzensportlerinnen und Sportlern aus unterschied- lichsten Disziplinen, wie et- wa Skirennläufer. Para-Cycling- Weltmeisterschaft Die heurigen hochsommer- lichen Temperaturen nutzte Wibmer aus, um sich gezielt auf die Para-Cycling-Welt- meisterschaft in Huntsville, US-Bundesstaat Alabama, vorzubereiten. Sie stieg be- wusst zur Mittagszeit aufs Handbike, um Körper und Kreislauf an die extreme Belastung zu gewöhnen. „Trinken ist natürlich enorm wichtig. Wenn ich weg fahre habe ich immer ein gekühltes Getränk dabei, während mei- ner Trainingsrunde wird es dann regelmäßig zum Tee“, schmunzelt sie. Das harte Training hat sich ausgezahlt: Anfang September erkämpfte sich Cornelia Wibmer in der Kategorie „Einzelzeitfahren“ die Bronzemedaille. Und das
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