VOLLMOND 2-2019
2019 Geschichte aus dem Mondseeland 11 ihrem Aufgabenbereich gehör- ten Renovierungsarbeiten an Kirchen, Altäre für Kapellen aber auch Aufträge von Privat- personen. 1867 erkannte der Chefredakteur der Wiener Zeitung, Dr. Friedrich Uhl, das Talent Wengers und er ermög- lichte ihm den Besuch der Aka- demie der B i l d e n d e n Künste in München und der Kunstge- werbeschule in Wien. Die bekanntes- ten Mondseer Villen, wie die Villa Uhl, Angerer oder Reiffenstein erhielten ihre Innengestaltung durch Franz Wenger und schließlich wurde auch Kaiser Franz Joseph auf seine Arbeit aufmerksam und ließ immer wieder Schnitzerei- en von Wenger ankaufen. Vor allem Jagdszenen und Tierdar- stellungen hatten es dem Kai- ser angetan. 1872 wurde Wenger vom Handelsministerium angeboten in Hallstatt eine Holzfachschu- le zu leiten, was er jedoch ab- lehnte. Ein Jahr später grün- dete er die Fachschule für Holzschnitzerei in Mondsee, wel- che sich in den Räumlichkeiten des Schlosses befand. Eine große För- derin fand er dabei in der Fürstin Ignatia von Wrede. Wen- ger erhielt mit seinen Schülern bei Ausstellungen immer wieder Aus- zeichnungen und einige von ihnen, wie der Mondse- er Josef Holzer, wurden selbst angesehene Bildhauer. Fehlen- de finanzielle Mittel brachten 1881 das Ende der Schule in Mondsee und Wenger wurde in die neu gegründete Holzfach- schule nach Ebensee berufen. Franz Wenger starb am 10. September 1915 im Alter von 84 Jahren. Die „Ebenseer Keppelweiber“ befinden sich im OÖ-Landesmu- seum.
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