VOLLMOND 3-2026

FAHRTWIND 32 VOLLMOND 3/2026 Mit dieser Camera obscura entstand im Herbst 1826 das erste lichtbeständige Foto. Nur schemenhaft ist das Motiv auf dem ersten Foto der Welt zu erkennen. Es wurde im Herbst 1826 aufgenommen und zeigt den Blick aus dem Fenster des Arbeitszimmers von Joseph Nicépho- re Niépce. Repro: Rule G laubt man der Zähltafel im Foyer des Fotomuseums in Chalon sur Saône, dann werden täglich welt- weit über eine Billion Fotos gemacht. Der allergrößte Teil davon mit Smartphones. Das alles wäre nicht möglich ohne Joseph Nicéphore Niépce, dem vor genau 200 Jahren das erste lichtbeständige Foto gelungen ist. Dieses erste Foto und Niépces Camera obscura sind die besonderen Raritäten im Museum. D er erste Fotoappa- rat der Welt erinnert eher an eine Obststeige mit Deckel, als an eine Kamera. Und doch hat sich an dem Prinzip bis heute nichts geändert und funktioniert auch bei den modernsten Smartphones so: Vorne fällt durch ein Loch das Licht und auf der Rückwand wird das Bild fixiert. Bei einem modernen Fotoapparat dauert das nur weni- ge Hundertstel Sekun- den. Nicéphore Niépce musste acht Stunden lang belichten, bis sich sein Foto auf einer Platte mit einer licht- empfindlichen Asphalt- beschichtung eingebrannt hat. Nur schemenhaft ist auf dem ersten Foto der Welt der Garten vor Nicéphore Niépce Arbeitszimmer zu erkennen. Kurze Zeit nach seinem Durchbruch schloss Nicé- phore Niépce einen Vertrag mit Louis Daguerre ab. Der verbesserte das Verfahren so- weit, dass ab etwa 1837 die „Daguerreotypie“ kommer- ziell genutzt werden konnte. Damit war der Grundstein für eine allgemeine Fotografie gelegt. Bis auch gewöhnli- che Leute Fotos knip- sen konnten, sollte es aber noch knapp hun- dert Jahre dauern. Wo- bei sich das Prinzip bis zu Beginn der 2000er Jahre nicht verändert hat. Wer fotografieren wollte, brauchte einen Film, auf den das Ne- gativ fixiert wurde. Das eigentliche Foto entstand dann im La- bor, wo das Negativ in ein Positiv auf Pa- pier belichtet wurde. Lange Zeit waren die Fotos in erster Linie Urlaubserin- nerungen: Papa mit seiner neuen Badehose nach neunstündiger Autofahrt am Strand von Grado. Daneben die Kinder bis zum Hals ein- gegraben im Sand und weiter dahinter die Mutter mit den ersten Anzeichen eines auf- blühenden Sonnenbrandes dösend unter dem Sonnen- Nehmen Sie im Urlaub immer eine Kodak-Dunkelkammerka- mera mit. Mit diesem Werbeslogan warb Kodak in den 1920er Jahren für die Kameraserie „Junior“, die bis 1955 immer wie- der verbessert gebaut wurde. Alle Bilder: Rule 200 Jahre Fotografie

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