VOLLMOND 3-2026
Bis zum Eröffnungszeitpunkt des Fotomuseums am 23. April um 10 Uhr wur- den weltweit schon mehr als eine halbe Billion Fotos gemacht. Auch eine Ausstellung weltbekannter Pressebilder ist im Fotomuseum in Chalon sur Saône zu sehen. schirm. Dabei musste jedes Foto genau überlegt werden. Schließlich hatten auf den Filmen nur 12 oder 24 Fotos Platz. Freilich gab es auch noch „lange“ Filme mit 36 Fotos. Aber da konnte es schon vorkommen, dass die Urlaubsfotos erst mit den Bildern vom Christbaum entwi- ckelt wurden. Heute unvorstellbar, weil Speicherplatz ist grenzenlos und dement- sprechend wird auch jedes noch so sinn- lose Detail fotografisch festgehalten. K odak und Agfa waren die bekann- testen Marken, die mit ihren Filmen Farbe in unser Leben zauberten. Auch ihre Geschichte wird im Museum in Chalon sur Saône erzählt. Vom großformatigen Rollfilm über Kleinbildfilme bis hin zu Filmkassetten in verschiedenen Größen spannte sich damals der Bogen. Und dann gab´s auch noch Polaroid. Da kam nach wenigen Minuten das fertige Bild aus der Kamera. Die Filme waren aber sehr teuer, die Freude über das Sofort- bild dementsprechend groß. Üb- rigens, so ganz nebenbei: Sofort- bilder liegen nach vielen Jahren im Dornröschenschlaf wieder im Trend und werden in erster Linie von jungen Leuten gemacht, die in der Hosentasche das neueste Smartphone tragen. D ass seine Entwicklung eine weltweite Massenbe- wegung auslösen würde, hätte sich Joseph Nicéphore Niépce wohl genauso wenig vorstellen können, wie dass er 200 Jahre nach seiner Erfindung als Steinsta- tue direkt vor dem Fotomuseum eines der am meisten fotografierten Motive von Chalon sur Saône werden wird. Rupert Lenzenweger VOLLMOND 3/2026 33
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