VOLLMOND 5-2026

4 VOLLMOND 5/2026 UNSERE LESER am Drücker vollmond@doppelpunkt.co.at STANDPUNKT I m Herbst hatte meine Oma im- mer Hochsaison. Da kam sie praktisch tagelang nicht aus ihrer geblumten Kleiderschürze, die sie immer dann trug, wenn sie Mar- meladen einmachte, Apfel- oder Birnenmus rührte, saures Gemüse einlegte oder den Rumtopf ansetz- te, von dem sie zu Weihnachten zum ersten Mal mit einem kleinen Löffelchen kostete. Das Obst bekam meine Oma von ihren Nachbarn im Tausch gegen ihre Radieschen, die in meiner Er- innerung das ganze Jahr über üp- pig und fett in ihrem Gemüsebeet vor der Küche wucherten. Direkt neben den Paradeisern und Fiso- len, die die schönsten in der gan- zen Siedlung waren. Meine Oma war sparsam. So konnte ein Apfel gar nicht so ver- fault sein, dass sich nicht doch noch ein Eckerl zum Heraus- schneiden und Essen gefunden hätte. Aus dem restlichen Gemüse machte meine Oma Gemüsesuppe. Die gab´s praktisch jeden Tag im Herbst. Außer meine Oma fand altes Brot. Dann gab´s Brotsuppe, die Oma jedem Gast mit blumigen Worten als angeblich ganz beson- dere Spezialität servierte. D ie Zeiten sind anders gewor- den. Kaum noch wer kocht Marmeladen ein, rührt Apfel- oder Birnenmus. Von saurem Gemüse ganz zu schweigen und der Rum- topf ist einfach unmodern gewor- den. Auch Gemüsegärten vor den Kü- chen gibt es kaum noch und wenn ich manchmal so durch die Land- schaft schaue kann ich mich nur wundern, wie viel Obst unter den Bäumen liegt, ohne dass es je- mand zusammen klaubt. Muss ja auch nicht sein. An allen Ecken gibt es Supermärkte und Diskonter, die Obst und alle Ge- müsearten das ganze Jahr über anbieten. Geschmacklich aller- dings kann das in Zellophan ver- schweißte Zeugs bei weitem nicht mit den Früchten meiner Oma mithalten. Und auch die „Konfitü- ren“ erreichen Omas Marmeladen nicht. Übrigens: Selbst Schimmel am De- ckel oder an den Fruchträndern war für meine Oma kein Grund, gleich das ganze Glas Marmelade wegzuschmeissen... Naja, manchmal hat´s Oma auch übertrieben. Rupert Lenzenweger Oma hätte jetzt Hochsaison Ein gemeinsames Mittagsschläfchen Dass ein Mittagsschläfchen gesund ist und frische Ener- gie bringt, ist sogar wissen- schaftlich bewiesen. Der kleine Ben vom Edingerhof in St. Lorenz und sein Alpa- ka Ragnar wissen das auch und nützen oft gemeinsam die Zeit um Kraft für den Nachmittag zu tanken. Bei so einem Mittagsschläfchen ist dieses herzige Bild ent- standen, das Bens Mutter Lisa Schruckmayr von den beiden geschossen hat. Sind Ihnen auch schon solche Schnappschüsse gelungen? Dann lassen Sie uns die Bil- der zukommen, damit wir sie auch unseren Lesern zeigen können. Fotos in möglichst großer Auflösung an: vollmond@doppelpunkt.co.at

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