VOLLMOND 6-2017

E ine Weihnachtskrippe gehört einfach zur weihnachtlichen Tradition dazu. Egal ob die Krippe schon am 1. Dezember, am ersten Adventsonntag oder erst am 24. Dezember aufgestellt wird, die Krippenfiguren sind bei fast allen Weihnachtskrippen die gleichen. Diese Figuren haben nicht nur bibelhistorische Bedeutung, sondern verraten noch viel mehr. Die ersten beiden Kapitel der Evangelien von Matthäus und Lukas beschäf- tigen sich mit den „Kindheitsgeschichten Jesu“. Dabei wird manches was uns aus Krippendarstellungen vertraut ist, nicht oder nur in einer der beiden Versionen erwähnt. Krippe, Engelheer, Hirten gehen auf das Lukasevangelium; Magier, Stern, Haus auf das Matthäusevangelium und Stall, Höhle, Ochs und Esel auf das apokryphen „Pseudo-Matthäus-Evangelium“ aus dem sechsten Jahrhundert zurück. Geheimnisse der Krip U numstrittene Hauptfigur je- der Krippe ist das Jesuskind. Ein Baby das in einer ärmlichen Notun- terkunft in einer Futterkrippe liegt. Das Christuskind hat vie- le Namen: Jesu, Jesus Christus, Jesus von Nazareth, Jehoschua, Messias, Heiland. Es symbo- lisiert als „Sohn Gottes“ die Mensch gewordene Liebe Got- tes. Der Name Jesu bedeutet: Gott, der Herr, hilft und Gott ist die Rettung. Es soll ausdrü- cken, dass dieses kleine Kind die schwere Last der Not der gesamten Menschheit auf sei- nen Schultern trägt und der „sehnsüchtig erwartete Retter der Menschen“ ist. D ie Figur der jungen Mutter Maria verkör- pert die jungfräuli- che Unschuld, die Reinheit und Unverdorbenheit. Sie ist kniend oder sitzend neben demJesuskind positioniert. Ma- ria trägt fast immer einen blauen Mantel. Blau gilt sowohl im Alten als auch Neuen Testament als himmli- sche Farbe und steht für den Glauben und die Treue. Auch das Meer mit seiner unbegrenzten Ferne und Tiefe wird mit Blau assoziert. So- mit verbindet die Farbe Blau das Himmlische und das Irdische. J osef wird oft als Mann in fortgeschrit- tenem Alter dargestellt um Marias Jungfräulichkeit zu unterstreichen. Er steht aufrecht neben oder hinter sei- ner Familie, wobei er entweder eine leuchtende Laterne hält oder sich leicht gebeugt auf einen Stab stützt. Er sym- bolisiert den Beschützer. Gleichzeitig gilt Josef als „Bewacher des Lichtes“, das mit der Geburt von Jesus die Welt erhellt. Dezember

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