VOLLMOND 6-2019
NATUR IM MONDSEELAND Neue Heimat für Fledermäuse, Turmfalken & Co Wenn ihr natürlicher Lebensraum verloren geht, finden etliche Tierarten in vom Menschen geschaffenen Ersatzquartieren einen Unterschlupf. Besonders Kirch- türme erfreuen sich großer Beliebtheit bei Felsen- und Höhlenbewohnern wie Fledermäusen, Turmfalken & Co. Um den dort beheimateten und oft stark ge- fährdeten Tieren die Quartiere bestmöglich zu erhalten, haben sich Naturschutz- bund Österreich, der Verein zur För- derung kirchlicher Umwelt- arbeit sowie BirdLife Österreich zusam- mengetan. L aute Kirchenglocken stören sie kein biss- chen, doch verschlos- sene Kirchturmfens- ter machen ihnen das Leben schwer: Tiere wie Turmfalken, Dohlen, Mauersegler oder Fle- dermäuse können in vielen Kirchtürmen oft ein Ersatzquar- tier für anderweitig verlorenen Lebensraum finden. Diese neu- en „Wohnungen“ bieten vielen bedrohten Tieren einen Ort, wo sie im Sommer ihre Jungen aufziehen oder sogar das gan- ze Jahr über leben können. Bei Renovierungen werden – oft aus Unwissenheit - viele Ni- schen und Einflugsöffnungen geschlossen oder zur Taubenab- wehr vergittert. „Wir haben in den vergange- nen Jahren viele dieser Ersatz- lebensräume für bedrohte Ar- ten – meist durch Unwissenheit – verloren. Deshalb möchten wir nun verstärkt Maßnahmen setzen, um die Tiere zu unterstützen und auch aufzuzeigen, dass das Zu- sammenleben gut funktionieren kann. Als Basis dafür benötigen wir Informationen dazu, wo die Tiere sich eingenistet haben“, bittet Naturschutzbund-Projekt- leiter Gernot Neuwirth um die Unterstützung der Bevölkerung. Beobachtungen können unter www.naturbeobachtung.at ge- meldet werden. Die Citizen-Science-Platt- form www.naturbeobachtung.at bietet seit 2006 allen Interessier- ten die Möglichkeit, ihre Natur- beobachtungen zu sammeln, Experten-Hilfe beim Bestim- men von gefundenen Arten zu bekommen und sich mit ande- ren Naturbeobachtern im Forum auszutauschen. Seit 2018 kann man seine Beobachtungen auch über die Gratis-App naturbeob- achtung.at melden. Bild: Hans Glader
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