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ie zwölf Raunächte sind die Nächte und
Tage zwischen Heilig Abend und Dreikö-
nigstag. Mancherorts beginnen die Rau-
nächte mit der Wintersonnenwende
am 21. Dezember, der Thomasnacht.
Die Raunächte sind Nächte zwischen
den Zeiten. Ein Mondjahr mit zwölf
28-tägigen Mondzyklen, besteht aus
354 Tagen. Bis zu den 365 Tagen des
Sonnenjahres fehlen demnach zwölf
Nächte. Diese zwölf Nächte werden als
Raunächte gleichgesetzt und gelten -
weil „außerhalb der Zeit“ - als mys-
tisch und magisch.
Zur Mitte der Raunächte, also zu Silvester,
sollteWotan mit den Toten zur wilden Jagd
aufbrechen. In dieser Zeit steht nach altem
Volksglauben das Geisterreich offen, und
die Seelen der Verstorbenen sowie die Geister
haben Ausgang. Dämonen veranstalten vie-
lerorts Umzüge oder ziehen mit der wilden Jagd
durch die Lande.
Deshalb sollte man in der Nacht nicht aus dem Haus
gehen, schon gar nicht die Kinder raus lassen und zum
Schutz eine Kerze ans Fenster stellen. Im alpinen und
ländlichen Raum schürten die tosenden Winterstürme die
Angst vor den dunklen Wesen und verstärkten den Glauben
an die wilde Jagd.
Den Sieg über die bösen Mächte demonstrierten die Perch-
tenläufe, bei denen, durch Peitschenknallen, Böllerschießen
und Glockenläuten, viel Lärm gemacht wurde, um das Böse
zu vertreiben, damit man nicht von Krankheit oder Tod be-
fallen wurde.
Es gibt viele Bräuche und Aberglauben zu den Raunächten. Um sein
Haus, seine Familie und seine Tiere zu schützen, räucherte man das Haus,
Stall und Hof mit Kräutern, sowie Weihrauch aus. Abschließend verteilte
man in allen Räumen noch Weihwasser.
Tiere im Stall sollen um Mitternacht die menschliche Sprache sprechen.
Wer die Tiere allerdings sprechen höre, sterbe unmittelbar danach, so der
Aberglaube.
So sollte man keine Wäsche zum Trocknen aufhängen. Und aufräumen
sollte man, damit die Wilden nicht von Dreck und Chaos angezogen wer-
den.
Das Spielen mit Karten und Geld, bringt unheimliche Begegnungen.
Die Rauhnächte sind ebenso spannend wie besinnlich und begleiten uns am
Jahresende ins neue Jahr.
Ein im Salzkammergut beheimateter Brauch ist der Glöcklerlauf, der auch
in Thalgau eine lange Tradition hat. Die Glöckler sind Schönperchten und
gute Lichtgeister, die die bösen Raunachtsgeister mit ihren selbstgebauten
Lichtkappen endgültig vertreiben.
Am 4. Jänner besuchen die Thalgauer Glöckler nachmittags die Bauern im
Ortsgebiet. Um 19 Uhr findet am Dorfplatz der große Abschlusslauf statt.
Gelaufen wird jedoch nur bei trockenem Wetter.
Raunächte
BRAUCHTUM




