Spendenübergabe der Neumarkter Oldtimerfreunde (Obmann Johann Schober) und der Firmen Waltraud Springer und Erdbewe-
gungen Sepp Mayrhofer aus Neumarkt an Vereinsobmann Josef Lettner und die zwölf Bewohner des Arcushofes mit ihren Betreu-
ern Gustav Eppenschwandtner und Barbara Strasser.
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Sie haben jetzt in diesen kalten Tagen viel zu tun. Die Männer des „Spreißel-Teams”. Sie ma-
chen Anzündholz und verpacken es zu je zwei Kilo in Netze. Das Holz findet bei den Kunden ei-
nes Mondseer Baumarktes reissenden Absatz und sorgt in vielen Häusern für warme Stuben.
wie der Arcushof funktioniert.
„Im Grunde, wie ein jeder an-
dere Bauernhof auch“, sagt
Gustav Eppenschwandtner, der
gemeinsam mit Barbara Stras-
ser die Behinderten betreut.
Beide haben schon vor vielen
Jahren gemeinsam bei der Le-
benshilfe gearbeitet und sind
jetzt beim Verein Arcushof an-
gestellt. Der wurde von Eltern
behinderter Kinder gegründet
und ist das Nachfolgeprojekt
des Seppengutes, das nur ei-
nen Steinwurf vom Arcushof
entfernt ist. Aber nicht nur El-
tern behinderte Kinder können
dem Verein beitreten. „Bei uns
ist jeder gerne gesehen“, sagt
Obmann und Geschäftsfüh-
rer Josef Lettner und ist stolz
darauf, dass der Verein inzwi-
schen über 80 Mitglieder hat.
Ihre Mitgliedsbeiträge sind
eines der finanziellen Stütz-
beine, auf denen der Verein
steht. Für das zweite Stützbein
sorgt das Land, das den Verein
unterstützt und für ein weite-
res Stützbein sorgen immer
wieder Spender, so wie jüngst
die Neumarkter Oltimerfreun-
de, die Firma Erdbewegung
Mayrhofer und „Kräuterfee“
Waltraud Springer. Die hat 200
Räucherbüscherl
gebunden
und bei der Sommersonnwend-
feier der Oldtimerfreunde auf
Schloss Sighartstein verkauft.
Die Oldtimerfreunde selbst
haben den Reinerlös aus die-
ser Feier zur Verfügung ge-
stellt und so konnten kürzlich
2.500 Euro an den Arcushof
übergeben werden. Einen wei-
teren großen Beitrag hat auch
Sepp Mayrhofer mit seiner
Erdbewegungsfirma geliefert.
Er hat kostenlos Bagger und
Lastwagen angeworfen und
das Waschhaus des Arcushofes
geschliffen. Das war baufäl-
lig, völlig vermodert und nicht
mehr zu retten. Bald soll an
dieser Stelle eine Kapelle ste-
hen. Die ist nur eines von vie-
len Projekten, die in den nächs-
ten Jahren verwirklicht werden
sollen. So wird derzeit auch am
alten Stall gearbeitet. Es wird
gestemmt und gemauert, es
werden Leitungen verlegt und
kaputte Holzteile ersetzt. Wenn
alles fertig ist, sollen zwei Pfer-
de und ein Esel, Lämmer und
Hühner hier ein neues Zuhau-
se finden. Und auch für einen
Backofen wird Platz sein.
Den wichtigsten Beitrag zum
Funktionieren des Arcushofes
liefern aber die Behinderten
selbst. Weil sie überall Hand
anlegen machen sie die Um-
bauten erst möglich. Und sie
verdienen auch einen Teil des
notwendigen Geldes dafür.
Dass die „Spreißelmacher“
derzeit viel Arbeit haben, wis-
sen wir schon. Aber auch die
Gärtner im Team sind in diesen
Tagen gefordert. Sie stecken
Samen in die Erde, züchten
Keimlinge und ziehen kleine
Gemüsepflanzen. Die werden
dann am 6. Mai beim großen
Frühlingsfest auf dem Arcus-
hof zum Kauf angeboten. „Im
vergangenen Jahr haben wir
mehr als 1.000 Jungpflanzen
verkauft“, sagen die Arcushof-
Bewohner stolz.
Auch wer keine Jungpflan-
zen braucht, sollte sich das
Frühlingsfest am Arcushof
nicht entgehen lassen. Dort gibt
es köstliche Spezialitäten aus
Küche und Keller, ein buntes
Programm für die Kinder und
natürlich auch die Möglichkeit,
dem Verein als unterstützendes
Mitglied mit einem Mitglieds-
beitrag von 36 Euro im Jahr
beizutreten.
Rupert Lenzenweger




