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Nachgehakt
für kleine Fische
kraftwerke betroffen sind. Die
dortigen Eigentümer rechnen
mit Kreditrückzahlungszeiten
von 20 Jahren.
Geht es wirklich nur um ein
paar Fische? Fast alle Fischar-
ten müssen, um als Art zu über-
leben, im Laufe ihres Lebens
wandern. Laichplätze, Nah-
rungsgründe, Winterquartiere.
Das alles wurde durch den Bau
von Wehren, Kraftwerken und
mehr oftmals abgeschnitten.
Untersuchungen zeigen, dass
aufgrund der Verbauungsmaß-
nahmen an Flüssen fast 40
Prozent der heimischen Fisch-
arten schon ausgestorben sind.
Weitere 18 Prozent gelten als
gefährdet. Es ist also höchste
Zeit, geeignete Maßnahmen
zu setzen. So ähnlich, wie die
Kreditrückzahlungen langfris-
tig laufen, ist damit auch eine
langfristige Investition in un-
sere intakte Umwelt gegeben.
Wie sehr die Natur auf diese
Maßnahmen wartet, war schon
beim allerersten Bauabschnitt
zu erkennen: „Schon in der
Einstellungsphase (beim ersten
Fischaufstieg im Bereich Ebe-
we/Sandoz, Verf.) beobachteten
wir Schwärme von Perlfischen,
die das Bauwerk benutzten“,
berichtet Dipl.-Ing. Rudolf
Hackl vom Gewässerbezirk
Vöcklabruck-Gmunden. So ein
„Vertical Slot“ ermöglicht den
Fischen, bei hoher Strömung,
die sie auch zur Orientierung
nutzen, Pausen auf ihrem Zug
zu machen. Nicht alle Fische
können Barrieren überspringen,
wie etwa die Forelle. Daher ist
der aufwändige Baustil nicht
vermeidbar.
Bis Perlfisch, Forelle, Hecht
und Co endlich den Mondsee
erreichen können, ist nach dem
Bau der Fischaufstiege bei den
Kraftwerken
Ebewe/Sandoz
und Laganda noch das Wehr am
oberen Ende der Seeache neu
zu bauen…. Ein wahrhaft lan-
ger Weg für die Fische ...
800.000 Euro kostet der Ausbau
beim Kraftwerk der Familie Lag-
anda. Die Stilllegung des seit 1876 bestehenden Kraftwerkes wäre
aber ebenfalls mit enormen Kosten verbunden gewesen. Also ent-
schieden sich die Betreiber für die zukunftsweisendere Variante.
2016




