Im kleinen Camp funktioniert
die große Welt perfekt
tische und religiöse Grenzen
aufgehoben. Sie haben gemein-
sam gefeiert, sind bei Ausflügen
nebeneinander gewandert und
in einem Oldtimerbus durch
das Salzkammergut gefahren.
Sie haben Freundschaften ge-
knüpft und sie haben im wahrs-
ten Sinne des Wortes hautnah
gelernt, dass sich jeder Mensch
den gleichen Respekt verdient.
Egal welcher Hautfarbe, wel-
cher Gesinnung oder welcher
Religion.
F
reilich. So etwas funk-
tioniert nur in so einem
kleinen und überschaubaren
Rahmen, wie beim Jungend-
camp des Lionsclubs.
Trotzdem. Diese 28 jungen
Menschen aus aller Welt ha-
ben den meisten von uns jetzt
einiges voraus ...
... meint Ihr A. B.
E
s kracht überall auf der
Welt und macht uns Angst:
Flüchtlingsströme
brechen
über Europa herein, kein Land
ist mehr vor Terrorangriffen
sicher, selbst kirchliche Veran-
staltungen sind vor Attentaten
nicht gefeit. Unsere Gesell-
schaft scheint aus allen Fugen
zu geraten.
Oder doch nicht? 28 junge
Menschen aus 22 Nationen ha-
ben uns in diesen Tagen vorge-
lebt, dass es auch anders geht.
Beim österreichischen Jugend-
camp des Lionsclubs Fuschl-
see-Mondseeland haben diese
Mädchen und Burschen poli-
August
LOKALAUGENSCHEIN
IM MONDSEELAND
Nach zehn Jahren unter Wasser
befindet sich der Einbaum in einem erstaunlich gutem Zustand und
war am Wochenende beim Welterbe- und Seefest in Seewalchen zu sehen.
Bilder (2): Rule
Zehn Jahre waren Sie unter
Wasser. Was waren jetzt Ihre
ersten Eindrücke, als Sie wie-
der an die Luft kamen?
Einbaum:
„Ganz ehrlich.
Ich habe mich über die vielen
Schaulustigen gewundert. Da-
mit habe ich nicht gerechnet.
Inzwischen weiß ich natürlich,
dass das Thema Steinzeit und
Pfahlbauten in den vergange-
nen Jahren attraktiv geworden
ist und es im Jahr 2020 in der
Region dazu sogar eine Lan-
desausstellung geben wird.“
Wolfgang Lobisser vom Vi-
enna Institute for Archaeolo-
gical Science hat das ganze
Projekt um Sie geleitet und
es als ein archäologisches
Experiment bezeichnet. Aber
selbst er war sich nicht si-
cher, in welchem Zustand Sie
nach zehn Jahren unter Was-
ser sein würden. Also, wie
fühlen Sie sich?
Einbaum:
„Ich kann nur sagen,
dass ich topfit bin. Sicherlich
haben sichAlgen undMuscheln
an meine Wände gesetzt. Aber
nachdem mich die Männer am
Bauhof gereinigt und trocken-
gelegt haben, schau ich aus wie
neu. Darüber haben ja auch die
Besucher des Welterbe- und
Seefestes in Seewalchen am
vergangenen Wochenende ge-
staunt. Dass ich in so einem gu-
ten Zustand bin, wundert mich
jetzt ganz ehrlich gesagt nicht.
Denn schließlich haben ja auch
die Pfahlbaumenschen halbfer-
tige Einbäume für einige Zeit
im See versenkt und erst dann
fertig gemacht. Dadurch wur-
den Sie haltbarer.“
Was wissen Sie noch von ih-
ren steinzeitlichen Ahnen?
Einbaum:
„Ich weiß, dass sie
doppelt so groß waren wie ich.
Zehn Jahre war der
Einbaum im
Mondsee versenkt.
Jetzt wurde er
gehoben und wir
baten ihn um ein
Interview.
„Was sind schon 10 Jahre u




